Seit 2004 dominiert der iPod den Markt für digitale Musikgeräte und verkauft sich jedes Jahr millionenfach. Doch die Kurve steigt nicht mehr, sie fällt. Und das deutlich. 2009/2010 war die bislang trübste iPod-Saison für Apple. Die Verkaufszahlen lagen in jedem der vergangenen fünf Quartale von Apples Finanzjahr unter denen des Vorjahres und es sieht nicht so aus, als werde der Trend sich ändern.

Seine hohe Zeit ist offensichtlich vorbei, der Markt hat sich verändert. Dank Streaming und App-Kultur wachsen neue Verbreitungswege für digital gespeicherte Musik.

Aufgeben will Firmenchef Steve Jobs das Geschäft mit ihnen (noch) nicht. Bei der jährlichen Präsentation neuer Produkte spielten die iPods wie jeden Herbst eine wichtige Rolle. Sie bekamen ein neues Aussehen und einige neue Funktionen.

Der iPod touch ist mit dem hochauflösenden Bildschirm des iPhones namens Retina Display ausgerüstet, mit den zwei Kameras für Videochat und mit dem schnelleren A4-Chip. Außerdem enthält er künftig ein Gyroskop, das seine Lage registriert und so beispielsweise neue Spiele möglich macht. Dafür steigt auch der Preis auf 229 bis 399 Dollar.

Der Nano hat nun einen berührungsempfindlichen Schirm und kein Rad zum Drehen mehr. Außerdem ist er jetzt viereckig und ebenfalls teurer als die Vorgängerversion. Der kleinste der Serie, Shuffle genannt, wurde etwas kleiner und bekam das Bedienkreuz, das es auch an der ersten Generation der Fernbedienung "Remote" gab. Nur das größte iPod-Modell namens "Classic" bleibt wie es war.

Insgesamt sind die Neuerungen also eher ein Facelift für die ursprünglichen Geräte. Lediglich der dem iPhone recht ähnliche "touch" wird ernsthaft aufgerüstet. Was sich durchaus so interpretieren lässt, dass auch Steve Jobs den Trend weg vom iPod registriert.

Denn auch wenn dessen Zahlen eingebrochen sind, verkauft Apple Smartphones und iPads in rauen Mengen. Durchaus konsequent also, dass der Laden, der die Quelle der vielen kleinen Player ist, ebenfalls umgebaut wird: Jobs stellte für iTunes einige Veränderungen vor.

Ins Auge fällt, dass im Logo der Version 10 des Musikverwaltungsprogramms keine CD mehr zu sehen ist sondern nur noch die Musiknote. Auch CDs sind veraltet. Im Jahr 2009 wurden laut dem Weltverband der Musikindustrie IFPI fast 13 Prozent weniger verkauft als im Jahr zuvor. Gleichzeitig werde inzwischen zwanzig Prozent der Musik über digitale Plattformen vertrieben .