Wie das Smartphone der Zukunft aussehen könnte, offenbart ein Blick in das Labor des Informatikers und Ingenieurs Shwetak Patel von der Washington Universität in Seattle. Er und seine Mitarbeiter haben ein Squeeze Block genanntes Handy gebaut, das neben dem visuellen und dem auditiven einen dritten Kommunikationskanal eröffnet: Es lässt sich je nach Nachrichtenlage oder Akkuzustand unterschiedlich stark zusammendrücken.

Dazu simuliert der Squeeze Block über Miniaturmotoren eine Feder, die sich mal mehr, mal weniger leicht drücken lässt. So könnte sich ein frisch aufgeladenes Handy beispielsweise wie ein prall gefühlter Bauch anfühlen, während ein schwacher Widerstand darauf hinweist, dass der Akku bald wieder aufgeladen werden muss.

Aber auch über die Anzahl ungelesener E-Mails oder andere Statusmeldungen, die dem Nutzer wichtig sind, kann die simulierte Feder Auskunft geben. "Man könnte sich beispielsweise vorstellen, dass das Zusammendrücken des Telefons etwas über seinen Status verrät – Klingellautstärke, Nachrichten – ohne es ansehen zu müssen", zitiert das Wissenschaftsmagazin New Scientist Patel .

Der amerikanische Forscher ist nicht der erste, der mit haptischem Feedback experimentiert. Schon länger gibt es Versuche, reale Wahrnehmungsmuster im Umgang mit technischen Geräten zu adaptieren. Zum Beispiel bei einem USB-Stick, der dicker wird, wenn er mit Daten vollgesogen ist . Oder mithilfe von Knöpfen, die sich bei Bedarf aus dem Touchscreen erheben .

Und seit einiger Zeit forscht Fabian Hemmert im Auftrag der Telekom an "Frankenphones" , wie der New Scientist sie in Anlehnung an die Figur Frankenstein nennt. Hemmert versucht, ein Handy " zum Leben zu erwecken ", indem er dem Gerät einen simulierten Herzschlag und eine "Atmung" einpflanzte. Bei einem Anruf beginnt das Herz schneller zu klopfen, neigt sich die Energie im Akku dem Ende zu, werden Herzschlag und Atmung schwächer.

Allerdings hat das haptische Feedback gegenüber einem Blick auf das Display auch einen Nachteil: Während sich mittels Bildschirm präzise Informationen ablesen lassen, gibt die Druckempfindlichkeit des Smartphones nur grob Auskunft. In Tests mit zehn Versuchspersonen, die Patel durchführte, konnten diese nur bis zu vier verschiedene Widerstandsgrade unterscheiden.