Im 19. Jahrhundert entstand die künstliche Sprache Esperanto als Versuch, überall auf der Welt sprechen zu können und verstanden zu werden. Durchgesetzt hat sie sich nie so richtig. Der Traum der Weltsprache blieb. Nun verfolgt Andreas Ringel aus Leipzig diesen Ansatz. Mit einer iPhone-App.

Der 42-Jährige ist Rechtsanwalt und hat ein besonderes Hobby: Schon seit seiner Kindheit tüftelt er. Er skizziert Ideen und meldet anschließend Gebrauchsmuster beim Patentamt an. In den meisten Fällen belässt er es dabei. Klappstühle mit einem besonderen Mechanismus und Windkraftwerke für Strommasten wurden nie realisiert.

Bei lookji war das anders. Im Gegensatz zu Ringels anderen Ideen, ist der Vertriebsweg einfacher, dank des Apple-Appstore.

"Lookji ist eine weltweit verständliche Bildsprache", sagt Ringel. "Sie arbeitet mit Piktogrammen, die grammatikalisch einsortiert werden". Die Applikation erlaubt es, Nachrichten mit Piktogrammen, also kleinen Symbolen, zu schreiben. Jeder soll diese verstehen können, überall auf der Welt. Ringel glaubt an die "visuelle Kraft der Bilder".

Weltweit gibt es etwa 6000 Sprachen. Die meisten davon beruhen auf dem Satzbau Subjekt, Prädikat und Objekt – in unterschiedlicher Reihenfolge. Diesen Aufbau macht sich auch lookji zunutze und unterteilt die Piktogramme in genau diese Bereiche: Wer, in welchem Zustand, macht was, wann, wie? In dieser Abfolge werden die Symbole angezeigt.

Insgesamt sind es nur zwölf Zeichen, die das Programm Platz hat und in immer neuen Kombinationen belegt. So entstehen ganze Sätze, die man als MMS oder E-Mail verschicken kann. Wer will, kann die App auch im Querformat im Urlaub als Zeigewörterbuch nutzen.

300 Bildsymbole stehen in der kostenlosen Basisversion zur Verfügung; 800 sind es, wenn man 79 Cent bezahlt und die Vollversion erwirbt. "So viele Wörter reichen aus, um eine englische Tageszeitung zu verstehen", begründet der Anwalt die Anzahl der Piktogramme.

Wer ein Symbol nicht zuordnen kann, findet mit einem Fingerwisch auf der "Rückseite" des Piktogramms eine Übersetzung in den gängigsten Sprachen. Vollkommen ratlos bleibt man also nicht zurück.