Nachts, eine dunkle Hinterhoffabrik irgendwo in Asien. Verbände werden entfernt. Man sieht einen dilettantisch transplantierten menschlichen Daumen, dann den grünen Blecharm und den Roboter, an dem der Daumen nun hängt: es ist der Android, das Logo des gleichnamigen Handybetriebssystems von Google. Der Daumen wackelt: Android ist bereit zum Spielen!

Das Werbevideo zu Sony Ericssons gerade vorgestelltem Spielehandy Xperia Play ist mehr als ein makaberer Gag, es zeigt eine Entwicklung: Kürzlich hat Sony bekannt gegeben, seinen Fundus an Playstation-Games allen kompatiblen Mobiltelefonen unter Android zugänglich zu machen. Das Xperia Play ist lediglich das erste Handy, das auch entsprechende Tasten zur Steuerung solcher Spiele bietet.

Auch Microsoft hat seine für die Xbox entwickelten Games mit seinen Handys gekoppelt. Seit dem Start des neuen Betriebssystems Windows Phone 7 im Herbst letzten Jahres kann über diese auch auf die Xbox-Plattform zugegriffen werden.

Die Botschaft ist klar: Mobiltelefone wollen mobile Spielkonsolen ersetzen.

Ein ehrgeiziges, wenngleich realistisches Ziel. Denn neben populären Spielen liefert die Branche künftig auch die erforderliche Hardware. Die kommende Handygeneration besitzt Prozessoren mit zwei Rechenkernen, spezielle Grafikchips für geschmeidige Bewegungen mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und superschnelle Arbeitsspeicher. Um zu telefonieren, wäre diese Ausstattung kaum notwendig.

Das Xperia Play ist auch längst nicht das einzige Gerät dieser Art. Im neuen Samsung Galaxy S2 steckt so ein Doppelkern, ebenso wie im zweiten Tablet der Koreaner, dem Galaxy Tab 10.1 . LG setzt noch einen drauf und zeigt mit dem Optimus 3D das erste Smartphone mit 3D-Display, wobei für die räumlichen Effekte nicht einmal eine Brille erforderlich ist.