Weltweit werden täglich 350.000 Android-Handys aktiviert, wie Googles Noch-Geschäftsführer Eric Schmidt unlängst stolz verkündete . Allein zwischen Dezember 2009 und Dezember 2010 hat sich die Zahl der aktivierten Geräte von 30.000 pro Tag auf 300.000 verzehnfacht . Das Betriebssystem ist dabei, den Markt für Smartphones zu verändern.

Bislang war Nokias Symbian die meistgenutzte mobile Plattform . Nokia aber scheint sich von der Idee zu verabschieden , neben Geräten auch ein eigenes Betriebssystem vorantreiben zu wollen. Den Zweitplatzierten, den Blackbery-Hersteller Research in Motion, hat Android bereits überholt . Die Strategie, die Software auf so vielen verschiedenen Geräte wie möglich zu verbreiten, scheint aufzugehen.

Vieles spricht dafür, dass Googles mobile Plattform ihren Höhenflug auch in diesem Jahr fortsetzen wird . Mit der Nummer 3.0, Codename Honeycomb, gibt es nun eine, die gezielt für Tabletrechner angepasst wurde. Im Sommer sollen Honeycomb und die aktuelle Smartphoneversion 2.3, Gingerbread genannt, zusammengeführt werden. Damit wird – nach Aussagen Googles – ein Entwicklungsstand erreicht sein, der sich auf Augenhöhe mit Apples Betriebssystem iOS befindet.

Bleibt der Nachteil der Strategie, die sogenannte Fragmentierung. Die Gerätehersteller brauchen teilweise recht lange , um neue Versionen des Betriebssystem an ihre Hardware anzupassen und ihren Kunden zur Verfügung zu stellen. Um dem zu begegnen, sollen sich die Entwicklungszyklen auf einen Sechs-Monats-Rhythmus einpendeln, verspricht Google.

Bei der Unterstützung neuer Techniken ist Google ebenfalls weit. Die aktuelle Smartphone-Generation besitzt zwei Prozessorkerne , auch Android wird mit diesen arbeiten können. Die Technik ermöglicht es, mehrere Prozesse gleichzeitig auszuführen, was vor allem mobilen Spielen zugute kommt. Wie die großen Elektronikmessen im Winter gezeigt haben , wird der Spielemarkt künftig auch für Android-Handys eine wichtige Rolle spielen. Kein Wunder also, dass es bereits das erste Androidgerät mit einem 3D-Bildschirm gibt – ebenfalls eine Technik, die vom Spielemarkt angetrieben ist.

Ein weiteres Stichwort in diesem Jahr ist Konnektivität. In den USA wurden die ersten Geräte mit dem neuen Funkstandard der vierten Generation vorgestellt. In Deutschland befindet sich das schnellere Mobilfunknetz namens LTE erst in einer frühen Ausbauphase , das Geschwindigkeitsplus wäre daher zunächst auf wenige Gebiete beschränkt. Lange aber wird es nicht mehr dauern, bis es an vielen Orten verfügbar ist. Die Netzanbieter, die per Gesetz erst weiße Flecken auf dem Land beseitigen müssen, haben ein Interesse daran, das schnell zu tun, denn nur so können sie LTE in den lukrativeren Großstädten anbieten.

Und dann gibt es noch die Einbindung von NFC-Chips (Near Field Communication). Google treibt sie in eigenem Interesse voran, erlaubt die Technik doch, das Handy unkompliziert als Kreditkarte zu benutzten. Für eine Firma, die vor allem daran interessiert ist, mobile Werbung zu verkaufen, wäre sie ein Traum, denn damit könnte die virtuelle Werbung direkt mit dem Laden auf der Straße verknüpft werden.  Noch wird spekuliert, ob auch das kommende iPhone 5 einen solchen Chip haben wird.

Android hat Potenzial und Google ist entschlossen, es auch zu nutzen. In den kommenden Monaten werden diverse Geräte auf den Markt kommen, die die neuen Techniken beherrschen. Auf den folgenden Seiten stellen wir einige der interessantesten vor.