Ich habe lange nicht begriffen, was die Vorteile dieser Tablet-Computer sein sollen. Nach anderthalb Wochen mit dem Blackberry Playbook hat es nun bei mir Klick gemacht, und ich habe erkannt, wozu sie eigentlich gut sind. Der Vorteil ist, dass ich fast alles, was ich sonst am Schreibtisch gemacht habe, jetzt im Bett erledigen kann.

Morgens im Bett Überschriften überfliegen und zum später lesen markieren, im Postfach nach E-Mails sehen – das alles geht auch auf einem mickrigen Smartphonebildschirm. Doch spätestens wenn ich eine E-Mail beantworten, ein Zitat kopieren oder etwas notieren, ändern oder sichern möchte, muss ich mich an mein Laptop setzen. Mit einem Tablet lässt sich das auch relativ bequem im Bett erledigen. Bequemer zumindest als mit dem Telefon.

Das Playbook von Research in Motion war also gut genug, um mir die Vorzüge von Tablet-Computern schmackhaft zu machen. Leider aber ist es zu unausgereift, um mich diese Vorzüge auch genießen zu lassen. Keine Frage, das Playbook hat viele Stärken – nur kann es die kaum ausspielen.

Die Werbung verspricht ein rasend schnelles Tablet: Ein-Gigahertz-Dual-Core-Gedöns mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher und "symmetrischem Multi Processing". Und womit demonstriert der Hersteller das "High-Performance-Erlebnis" in seiner Werbung? Mit Need for Speed Undercover, einem drei Jahre alten Spiel, das sogar auf dem zwei Jahre alten und sehr, sehr schwachbrüstigen Palm Pre ruckelfrei läuft.

Überhaupt dürfte Geschwindigkeit allein Computerbenutzern heutzutage ziemlich egal sein. Denn ob ich mit dem ICE 230 Kilometer in der Stunde fahre oder 180, ist subjektiv kein großer Unterschied. Wichtig ist nur, dass er nicht mitten auf der Strecke stehen bleibt. Das tut das Playbook nicht, es hat ausreichend Hubraum.