Wirklich interessant wird es bei den Produktscannern. Sie fotografieren den Barcode auf der Verpackung ab und holen anschließend umfangreiche Informationen dazu auf den Schirm.

Während es bei Codecheck für das iPhone vor allem um gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe geht, zeigt Barcoo für Android und iPhone neben Preisvergleichen auch eine Nachhaltigkeitsampel für einige Produkte. Außerdem werden kritische Anmerkungen von Umweltschutzorganisationen mitgeliefert. Eher auf den amerikanischen Markt ausgerichtet ist der GoodGuide für Android und iPhone, der gesundheitliche, ökologische und gesellschaftliche Aspekte bewertet und alternative Produkte auflistet.

Derzeit ist es allerdings noch etwas mühevoll, die Scanner zu nutzen. Oft erkennen sie Barcodes oder Produkte nicht, oder erkennen sie zwar, haben aber noch keine weitergehenden Informationen über sie. Gleichzeitig haben solche Scanner das wohl größte Potenzial. Wenn sie irgendwann auch dank Beteiligung der Nutzer bessere Informationen liefern, sind sie der wohl einfachste Weg, sich beim Einkaufen umfassend über die Nachhaltigkeit von Produkten zu informieren – eine Art mobiles "Wikipedia der Konsumgüter".

Ein Aspekt des nachhaltigen Lebens kommt bei mobilen Anwendungen derzeit jedoch noch etwas kurz. Apps, bei denen es speziell um die soziale Seite des Konsums geht, um fairen Handel etwa, finden sich in den App-Stores nur wenige. Die kostenlose iPhone-App Fair Fashion der Initiative "Erklärung von Bern" (EvB) führt Informationen zu den Produktionsbedingungen großer Modelabels auf. Die Darstellung ist für den Laien allerdings schwer verständlich.

Auf der eigenen Website hinterfragt die Initiative allerdings die Idee dieser ökologischen App: "Warum wirbt die EvB mit einer iPhone-App für faire Mode, wo doch das iPhone selber zu unfairen Bedingungen hergestellt wird ?" Nachhaltigkeit ist und bleibt eben kompliziert.