Google will innerhalb der nächsten sechs Monate ein eigenes Tablet auf den Markt bringen, hat Aufsichtsratschef Eric Schmidt in einem Interview angekündigt. Bislang vermarkten nur Googles Hardwarepartner Android-Tablets.

In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera sagte Schmidt, sein Unternehmen werde innerhalb der kommenden sechs Monate ein Tablet höchster Qualität vermarkten. Denkbar wäre, dass Google wie beim Smartphone Samsung Nexus das Tablet mit aufgedrucktem Google-Logo über einen Partner verkaufen will.

Schmidt würdigte im Interview die Weitsicht des verstorbenen Apple-Chefs Steve Jobs, der das Potential des Tablets erkannt und daraus das iPad entwickelt habe. Er sei "der Michelangelo unserer Zeit" gewesen. Apple und Google seien jedoch Konkurrenten, merkte Schmidt an. Seiner Meinung nach wird der Wettbewerb zwischen iOS und Android auf dem Smartphone-Markt brutal. Was das im Einzelnen bedeuten könnte, führte er nicht näher aus.

Die Rivalität zwischen den Unternehmen begann, als Google Android entwickelte. In Jobs Biografie wird erwähnt, der Apple-Gründer sei "bereit, in den thermonuklearen Krieg" gegen Googles Android-Software "zu ziehen". Die Funktionen des mobilen Betriebssystems basierten auf einem einzigen "großen Diebstahl". Jobs habe Android zerstören wollen, weil es "ein gestohlenes Produkt ist".

Auch zu Apples-Spracherkennung Siri, die derzeit nur im iPhone 4S eingesetzt wird, äußerte sich Googles Aufsichtsratschef indirekt. Google habe schon eine sehr gute Spracherkennungs- und Übersetzungssoftware. Er wolle zwar nicht über unangekündigte Produkte reden, doch sei klar, dass die vorhandene Technik weiter entwickelt werden müsse.

Mitte Dezember 2011 wurden Gerüchte laut, nach denen Googles mobiles Betriebssystem Android ebenfalls einen Assistenten erhalten soll, der normale Sprachbefehle erkennen und beispielsweise Google-Recherchen durchführen kann. Das Ergebnis soll dann dem Anwender vorgelesen werden.

Erschienen bei golem.de