Der Aktienkurs des kanadischen Herstellers RIM (Research in Motion), bekannt für seine Blackberry-Smartphones, fällt seit Februar und hat sich in dieser Zeit halbiert. Zwar ist ein neues Gerät angekündigt, das existiert aber bisher nur als Alpha-Version . Viele haben den Konzern daher bereits abgeschrieben.

Die britische Zeitung Sunday Times (nicht kostenlos online) nun berichtet über verschiedene Möglichkeiten, das Unternehmen zu retten. Eine Option, "die derzeit erwogen werde", sei die Teilung des Konzerns. Das Geschäft mit den Smartphones könnte von der Nachrichtenübermittlung abgetrennt werden. RIM produziert nicht nur Blackberry, die Firma betreibt auch ein weltweites Netz von Servern, um Mails und Botschaften auf seinen Geräten auszuliefern.

Die Handysparte würde demnach in ein neues Unternehmen ausgelagert und anschließend entweder an die Börse gebracht oder verkauft werden, schreibt die Sunday Times ohne Angaben von Quellen. Amazon und Facebook könnten mögliche Interessenten sein. Das Geschäft mit den Nachrichtenservern könnte ebenfalls verkauft werden, spekulieren die beiden Autoren. Oder RIM könne "Milliarden Dollar pro Jahr" damit verdienen, das als sicher geltende Netzwerk Rivalen wie Apple oder Google "zu öffnen". Eine andere Option sieht dem Bericht zufolge vor, das Unternehmen als Ganzes zu erhalten, aber einen neuen strategischen Investor an Bord zu holen. Als möglichen Partner nennt die Zeitung Microsoft .

Die Sunday Times erweckt den Eindruck, ihre Informationen aus dem Unternehmen erfahren zu haben, gibt aber keine Quellen an. Zitiert wird lediglich ein Mitarbeiter des Finanzinvestors Jaguar Financial, der Anteile an RIM hält, mit den Worten, sein Unternehmen "unterstützt stark" eine Aufspaltung von RIM. Jaguar Financial sei daran interessiert, dass RIM seine Handysparte und seine Patente verkaufe, was einige Milliarden Dollar bringen könnte. Bis zum Ende des Sommers soll die neue Strategie stehen.

Sparprogramm

Ein Verkauf an Facebook erscheint immerhin plausibel – zumindest angesichts der Tatsache, dass seit längerer Zeit Gerüchte kursieren, Facebook wolle eigene Smartphones produzieren , um auf dem mobilen Markt nicht abgehängt zu werden.

Bei dem Technikblog CNet gibt es immerhin eine Reaktion von RIM: Die Einzelheiten des Berichtes wollte das Unternehmen nicht kommentieren, schreibt CNet . Ein Sprecher sagte lediglich: "RIM hat Berater engagiert, die dem Unternehmen helfen sollen, verschiedene Wege zu erkunden, wie durch Partnerschaften, Möglichkeiten der Lizenzierung und alternative Geschäftsmodelle, wie die Blackberry-Plattform wirksam eingesetzt werden kann."