Tablets mit einer Bildschirmdiagonale von sieben Zoll sind bislang nicht so richtig erfolgreich. Es gibt zwar einige davon: Samsung hat eine Sieben-Zoll-Variante des Galaxy Tab im Angebot, Barnes & Noble eine entsprechende Version des Nook, und Amazon hat seinen Kindle Fire . Und sie verkaufen sich auch ganz gut. In den ersten beiden Quartalen wurden vom Fire 5,5 Millionen Stück ausgeliefert ( wenn auch nicht zwingend alle davon verkauft ). Und das Galaxy Tab kommt – allerdings in allen Versionen – auf insgesamt fünf Millionen verkaufte Exemplare . Im Vergleich zu den Zahlen , die Apple mit seinen Zehn-Zoll-Tablets erreicht, ist das aber noch immer wenig.

Das Nexus 7 von Google könnte das ändern. Zumindest sind die ersten Tester einhellig begeistert von dem gerade vorgestellten Gerät . Von diesem kursieren bereits erste Entwicklerversionen. Offiziell verkauft werden die Tablets erst ab Mitte Juli in den USA , Kanada und Großbritannien . Nach Deutschland soll das Gerät dann im September kommen.

Schon die Überschrift bei Ars Technica macht die Dimension des Lobes klar: Das Nexus sei ein " fantastisches 200-Dollar-Tablet ", schreibt die Rezensentin. Ähnlich urteilte auch schon Engadget vor einigen Tagen . Es sei das "beste Tablet, das für 200 Dollar zu haben sei".

Geisterbilder

Allerdings ist der Verkaufspreis allein in diesem Fall kein Kriterium für die Qualität. Denn Google zahlt offensichtlich einen vergleichsweise hohen Preis, um sein Produkt in den Markt zu bekommen. Apple verdient viel an seinen Tablets. Google jedoch verkauft das Nexus möglicherweise gar mit einigem Verlust und nicht nur zum Selbstkostenpreis, wie es bei der Vorstellung hieß.

Zurück also zu seinen Qualitäten, beziehungsweise zuerst einmal zu seinen Mängeln. Lautsprecher und Kamera seien durchschnittlich bis mies, urteilt Casey Johnston bei Ars Technica . Ursprünglich war die in der Glasfront verbaute Kamera mit ihren 1,2 Megapixeln wohl nur für Skype und ähnliche Anwendungen gedacht. Doch gibt es bereits eine App, um sie zum Fotografieren zu nutzen. In beiden Fällen liefert sie aber anscheinend eher mäßige Aufnahmen.

Außerdem berichten verschiedene Tester, dass sie Geisterbilder sehen. Offensichtlich bleiben Schatten von Bildern auf dem Schirm sichtbar, wenn der Nutzer schon die nächste Seite angesurft hat. Das Problem bestehe vor allem nach dem Einschalten, der Effekt lasse aber nach, wenn der Schirm wärmer werde, so Ars Technica .

Ebenfalls als Manko wird der Speicherplatz empfunden. Das Gerät kann nicht durch eine externe Speicherkarte erweitert werden. Angeboten werden nur zwei Varianten mit acht und mit sechzehn Gigabyte Speicher. Für Videos und Musik ist das nicht viel, für Programme aber wohl ausreichend.