Starbucks will das bargeldlose Bezahlen auf die Spitze treiben. Dazu hat sich die Kaffeehauskette mit Square verbündet , dem Mobile-Payment-Dienst von Twitter-Gründer Jack Dorsey. Die Idee: Starbucks-Kunden müssen an der Kasse nur noch ihren Namen nennen, um ihr Getränk zu bezahlen. Den Rest erledigt ihr Smartphone im Hintergrund. Das ist einfacher als alles, was die Konkurrenz bisher bietet – die Frage ist nur, wie schnell sich das Prinzip durchsetzt.

Wer auf Zuruf zahlen will, benötigt die App "Pay with Square" . Die wird mit den persönlichen Kreditkartendaten gefüttert, anschließend kann sich der Nutzer mithilfe der App ein Geschäft in seiner Umgebung aussuchen, das mit Square kooperiert. Wählt er einen Laden aus, ist das gleichbedeutend mit einer Anmeldung: Sein Name und sein Bild tauchen auf einem Bildschirm an der Kasse des jeweiligen Ladens auf. Der Kunde muss nur noch hineingehen, seinen Namen nennen und bestellen. Der Kassierer überprüft lediglich, ob der Name mit dem auf seinem Bildschirm übereinstimmt. Bezahlbestätigung und Rechnung bekommt der Käufer auf sein Smartphone.

In Zukunft muss der Kunde von Starbucks nicht einmal mehr aktiv den Laden auf dem Smartphone aussuchen. Es reicht, wenn er die Filiale betritt. Starbucks erfasst seine GPS-Koordinaten und erkennt ihn automatisch. Damit wissen die Verkäufer, wer sich im Laden aufhält.

Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis das funktioniert. Zunächst wird Square nur die Kreditkartentransaktionen von Starbucks übernehmen, und Kunden müssen zum Bezahlen einen Barcode zeigen, der auf ihrem Smartphone erzeugt wird. Das funktioniert sowohl mit der Square-App als auch mit der von Starbucks selbst. Erst danach wird die Variante mit GPS und Namensnennung eingeführt.

Bislang hatte Square damit zu kämpfen, dass nur wenige Geschäfte bereit waren, die Technik zu installieren. Starbucks könnte für den Durchbruch sorgen. Der Konzern hat rund 12.800 Filialen in den USA . Square wird dort also mit einem Schlag allgegenwärtig. Ob und wann das System weltweit eingeführt wird, ist nicht bekannt.

In den USA aber verschafft sich das Unternehmen einen Vorteil gegenüber den anderen Anbietern von Mobile-Payment-Diensten, allen voran Google . Dessen Lösung, Wallet genannt, basiert auf Near Field Communication (NFC): Ein kleiner Chip im Smartphone samt zugehöriger App kann mit der Kasse eines Geschäfts kommunizieren – dazu muss das Handy nur nahe genug an ein NFC-Terminal gehalten werden.

Google Wallet wurde im Mai 2011 vorgestellt und hatte einen schweren Start. Denn anfangs arbeitete Google nur mit Mastercard zusammen, und die Zahl der teilnehmenden Läden war überschaubar. Außerdem hatte nur das Samsung Galaxy Nexus einen integrierten NFC-Chip. Nun forciert Google seine Bemühungen, das Bezahlen per Smartphone zu etablieren.

Mittlerweile gibt es immerhin sechs Android-Smartphones, die NFC unterstützen, sowie das Tablet Nexus 7 . Außerdem arbeitet Google nach eigenen Angaben seit Kurzem mit allen führenden Kreditkartenanbietern zusammen. 200.000 Geschäfte in den USA sollen schon mit passenden NFC-Terminals ausgestattet sein – deutlich mehr als es Starbucks-Filialen gibt. Der Nachteil gegenüber Square: Keinen von Googles Partnern besuchen Kunden in der Regel täglich, ganz anders als Starbucks.