Produktvorstellung von "Home", der neuen mobilen Facebook-Software für Androidgeräte

Home wird sicher bald der einzige Weg sein, um Facebook mobil zu verwenden. Die jetzt schon enge Bindung vieler Nutzer wird damit noch verstärkt. Was diese dann vor die Wahl stellt, ihr Handy zu einem Facebookhandy zu machen, oder dem Dienst abzuschwören.

Was durchaus eine Option sein könnte, denn Home dürfte einige nerven. Mehr, als es Facebook jetzt schon tut. Schickt ein Facebook-Freund über Messenger eine Nachricht oder eine normale SMS, erscheint diese auf dem Schirm – egal in welcher Anwendung sich der Nutzer gerade befindet. Zu sehen ist dabei ein runder Knopf mit dem Profilbild desjenigen, der den Text schickte. Facebook nennt die Knöpfe Chatheads, Plapperköpfe. Wird auf sie getippt, öffnet sich die Seite mit der entsprechenden Nachricht und man kann sofort antworten. Wer nicht kommunizieren will, muss den oder die Chatheads beiseite schieben.

Facebook schickt auch Nachrichten

Nicht nur Botschaften von Freunden poppen an jeder Stelle auf, sondern auch solche von Facebook selbst. Die verschickt das Unternehmen gern, um auf Geburtstage hinzuweisen oder darauf, dass man doch mal wieder etwas schreiben solle. Man wolle nur die wichtigsten Nachrichten schicken, versprach Adam Mosseri, Produktdirektor bei Facebook.

Was immer das heißt. Das Technikblog Mashable hatte genau das bereits befürchtet. Unter der Überschrift, zehn Dinge, die niemand auf einem Facebookphone haben will, zählte es Popups mit Farmville-Botschaften genauso auf wie Hinweise eben auf Geburtstage. Die könnten nun tatsächlich ständig erscheinen.

Mehr als hundert Mal am Tag würden wir auf den Schirm unserer Mobiltelefone schauen, sagte Zuckerberg. Dabei sei dort doch nur die Uhr zu sehen. Zumindest für jene Menschen, die keine am Arm tragen ist das sicher nützlich. Mit Home aber sind dort dann vor allem langsam vorbeiziehende Bilder zu sehen. Wer auf sein Handy schaut, sieht vor allem Facebook.

Wie dann Werbung aussieht, wurde nicht gezeigt

Wie künftig Werbung dargestellt werden wird, mit der Facebook sein Geld verdient, war in der Präsentation nicht zu sehen. Dabei geht es bei der gesamten Umstellung allein um sie und nicht um Menschen, auch wenn es noch so oft gesagt wird. Immerhin füllen Bilder und Nachrichten nun den gesamten Bildschirm. Gut möglich also, dass auch Werbebotschaften dann bildschirmfüllend angezeigt werden. Verkaufen lassen sich solche Werbeplätze sicher gut.

Vorstellung von Facebook "Home" auf einem Androidgerät

Ob Home auch ein anderes Problem löst? Facebook wird zunehmend uncooler, vor allem junge Nutzer wandern zu anderen Diensten ab, wie eine Studie gerade zeigte. Home könnte diesen Trend stoppen. Oder verstärken.