Die Smartphone-Modelle Keon und Peak von Geeksphone sind die ersten frei verfügbaren Geräte mit Firefox OS. Wer für Firefox OS entwickeln oder schon ein Smartphone mit Mozillas Betriebssystem verwenden möchte, kann die Geräte ab sofort bei Geeksphone bestellen.

Für rund 110 Euro zuzüglich Versandkosten gibt es das Keon, zu den Versandkosten macht der Anbieter keine Angaben auf der Webseite. Dieses Gerät soll von der Hardwareausstattung her schon den ersten Firefox-OS-Smartphones entsprechen, die im Sommer 2013 auf den Markt kommen werden. Entwickler können mit dem Gerät ein Gefühl dafür erhalten, welche Möglichkeiten die Geräte haben, die zunächst bei den Kunden ankommen.

Das besser ausgestattete Peak wird etwa 180 Euro kosten, wobei dann ebenfalls noch Versandkosten dazukommen. Für den Massenmarkt wird es vorerst keine Geräte mit der Ausstattung des Peaks geben. Daher ist das Gerät vor allem für Entwickler gedacht, die sich primär auf künftige Entwicklungen konzentrieren wollen.

Beide Geeksphone-Smartphones werden noch mit einer Vorabversion von Firefox OS ausgeliefert, sie trägt die Versionsnummer 1.0.1. Drahtlos werden dann in den kommenden Wochen Updates mit neuen Firefox-OS-Versionen verteilt, so dass das Gerät bequem aktualisiert werden kann. Mozilla verspricht, dass alle paar Wochen neue Updates des Betriebssystems erscheinen werden.

Geräte für Entwicklungs- und Schwellenländer

Ende Januar 2013 hatte Geeksphone die Entwickler-Smartphones mit Firefox OS erstmals vorgestellt, aber bisher weder einen Auslieferungstermin noch Preise genannt. Ende Februar 2013 erklärte Mozilla dann, dass sich die Geeksphone-Modelle zwar an Entwickler richten, aber prinzipiell jeder Interessent sie bestellen kann.

Die geringe Hardwareausstattung der Firefox-OS-Smartphones spiegelt das Vorhaben der Mozilla Foundation wider, die Firefox-OS-Geräte für möglichst viele Menschen erschwinglich zu machen. Wie Christian Heilmann, Technical Evangelist bei der Mozilla Foundation, im Gespräch mit golem.de auf dem Mobile World Congress 2013 in Barcelona erklärt hatte, will die Organisation auch Nutzern mit geringem Einkommen einen Zugang zum Internet und zu Social-Media-Diensten wie Facebook und Twitter geben, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern. Es sei nicht fair, dass beispielsweise ein Autor oder ein Fotograf seine Werke nicht im Internet teilen könne, nur weil er nicht die finanziellen Möglichkeiten habe, sich ein teures Smartphone zu kaufen.

Generell sei keine Kreditkarte nötig, um Apps im Firefox-Marktplatz zu kaufen, führte Heilmann aus. Das Unternehmen wolle mit den Mobilfunknetzbetreibern eine Abrechnung über die Telefonrechnung ermöglichen. Auf diese Weise wolle Mozilla auch Menschen den Zugang zu kostenpflichtigen Apps ermöglichen, die keine Kreditkarte bekommen könnten. Zugleich könnten auch Jugendliche Apps kaufen, ohne dass Kreditkartendaten eines Elternteils auf dem Gerät eingegeben werden müssten. Dies diene zudem zur Kostenkontrolle: Mithilfe von Prepaid-Karten könnten Eltern so verhindern, dass viel Geld für Apps ausgegeben werde.