Die nächste Android-Version heißt Kit Kat. Damit wird die Google-Tradition, das Smartphone-Betriebssystem nach Süßigkeiten zu benennen, erstmals zur Vermarktung eines entsprechenden Produkts verwendet.

Das Ganze ist eine Kooperation zwischen Google und dem Hersteller des Schokoriegels, Nestlé . In der Nomenklatur des Konzerns werden die Versionen des Betriebssystems alphabetisch und nach Süßkram benannt. Daher hießen die bisherigen Cupcake, Donut, Eclair, Froyo, Gingerbread, Honeycomb, Ice Cream Sandwich und Jelly Bean . Die nun erscheinende Version 4.4 sollte ursprünglich Key Lime Pie heißen.

Nun hat man sich jedoch dafür entschieden, den Namen für gegenseitige Werbung zu nutzen. "Es ist keine Art von Deal, bei der Geld den Besitzer wechselt", sagte der für Partnerschaften zuständige Android-Manager John Lagerling dem britischen Sender BBC . Die Unternehmen hätten einfach etwas "Lustiges und Unerwartetes" machen wollen.

Beide Seiten haben offensichtlich Spaß an dem Gag. Google errichtete vor seiner Niederlassung in Mountain View in Kalifornien eine riesige Android-Statue in Kit-Kat-Form. Ein Bild davon postete Googlemanager Sundar Pichai bei Google+ und Twitter .

Nestlé will entsprechende Riegel mit der Android-Figur auf der Verpackung verkaufen und hat eine Seite aufgesetzt, wo der Schokoriegel wie ein Smartphone beworben wird

Eine Milliarde Androidgeräte

Ursprünglich habe man an Key Lime Pie gedacht, aber nicht allen sei der Limettenkuchen ein Begriff, sagte Lagerling. Einer der Mitarbeiter habe Kit Kat vorgeschlagen, Google habe sich daraufhin bei dem Schweizer Lebensmittelkonzern mit der Idee gemeldet. Nestlé habe sich binnen einer Stunde dafür entschieden, sagte Marketingchef Patrice Bula der BBC . Der Deal sei im Februar am Rande des Branchentreffs Mobil World Congress in Barcelona besiegelt worden.

Um das Geheimnis zu wahren, nannte Google die Version in internen Dokumenten weiterhin KLP.

Über die Funktionen des neuen Betriebssystems ist noch nicht so viel zu erfahren wie über seinen Namen. Google startete zwar eine Website dazu , doch steht dort bislang aber nur ein Gewinnspiel, keine technischen Informationen.

Stolz verkündete Google zusammen mit dem Namen lediglich, dass inzwischen insgesamt eine Milliarde Android-Geräte aktiviert worden seien. Das System läuft auf Smartphones, Tablets und anderen Geräten, beispielsweise der Daten-Brille Google Glass. Im Smartphone-Markt hat Android einen Marktanteil von knapp 80 Prozent.

Doch ist Android auch längst dabei, sich völlig neue Bereiche zu erschließen. Da es von jedem kostenlos genutzt werden kann, wird es wohl bald das wichtigste Betriebssystem im sogenannten Internet der Dinge sein und in Kühlschränken genauso laufen wie in Uhren. Für Google wird damit geradezu ein Traum war, bedeutet das doch, dass sich das Unternehmen so völlig neue Quellen für persönliche Daten erschließen kann.