Als im Oktober 2011 das erste Galaxy Note erschien, waren manche Rezensenten skeptisch. Zu groß, zu schwer, zu langsam; und wer will schon ein solches Stullenbrett mit sich herumtragen? Ein Jahr später hatte Samsung zehn Millionen Stück davon verkauft. Die Serie wird seitdem kontinuierlich renoviert, am Mittwochabend stellte das koreanische Unternehmen die nächste Generation vor, das Galaxy Note 3.

Das Note 3 ist aufgrund seiner Größe ein sogenanntes Phablet, eine Mischung aus Smartphone und Tablet. Samsung hat den Bildschirm im Vergleich zum Vorgängermodell noch einmal vergrößert. Er misst nun 5,7 Zoll, das sind 14,4 Zentimeter, nutzt die Technik Super Amoled und hat eine Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln.

Die auffälligste Veränderung ist die Rückseite. Die besteht nun aus einer Oberfläche, die versucht, einen Ledereinband zu imitieren. Sie hat nicht nur eine Struktur wie Leder, der Rand sieht auch so aus, als sei er vernäht. Im Werbevideo, das während der Präsentation in Berlin gezeigt wurde, war ein Buchbinder zu sehen, der in sorgfältiger Handarbeit ein ledernes Notizbuch bindet.

Nichts davon ist echt. Die Naht ist geprägt, das Ledermuster ebenfalls. Die Rückseite, die es in Schwarz, Weiß und Pink gibt, fühlt sich immer noch wie Plastik an. Die Randeinfassung ist ebenfalls ein Fake: Sie ist aus Plastik, auch wenn sie wie Metall aussieht. Offensichtlich arbeitet Samsung daran, der billigen Anmutung seiner Geräte etwas entgegenzusetzen. Allerdings mit begrenztem Engagement.  

Vollausstattung

Technik können die Koreaner besser und legen darauf auch mehr Wert. Die Verkaufszahlen geben ihnen recht. Dementsprechend gut ausgerüstet ist das Note 3. Beim Funkstandard beispielsweise hat es Vollausstattung: Es kann weltweit jeden 3G- und jeden LTE-Standard verstehen.

Außerdem wird es mit der neuen Androidversion 4.3 Jelly Bean ausgeliefert, die bisher nur auf Googles eigenen Nexus-Geräten veröffentlicht worden war. Jelly Bean braucht es unter anderem, damit das Note 3 mit der ebenfalls am Mittwochabend vorgestellten Smartwatch Galaxy Gear kommunizieren kann.

Samsung hat über das Betriebssystem wieder seine eigene Oberfläche, Touchwiz genannt, gestülpt. Die ist vollgepackt mit Funktionen. Viele davon lehnen sich an Verhaltensweisen an, die der Hersteller bei Nutzern eines Notizbuches aus Papier vermutet. Gleichzeitig wird der große Schirm genutzt, um wie an einem Desktoprechner an mehreren Dingen parallel arbeiten zu können.