Es sind poppige Farben wie Lila, Gelb und Rot, in die Nike seinen elektronischen Fitnesstrainer gehüllt hat, unerbittlich ist er trotzdem. Er klammert sich am Handgelenk fest, und von seinem Träger will er eigentlich nur das eine: Bewegung! Und zwar mehr als bisher, und intensiver.

So ungefähr lassen sich die Grundprinzipien umschreiben, die der Sportartikelhersteller mit seinem Bewegungssensor unters Volk bringen will. Die neueste Version, die am Dienstagabend vorgestellt wurde, trägt den Namen Nike+ Fuelband SE. Es ist ein Gerät, das seinen Trägern dabei helfen soll, die Trägheit zu überwinden. Dem Hersteller soll es eine gute Startposition in einem Milliardenmarkt verschaffen, der insbesondere in Europa gerade erst entsteht.

Als Nike Anfang 2012 das erste Fuelband vorstellte, war es noch eine Kuriosität: ein Gerät, das registriert, welche Strecken sein Träger mit welcher Geschwindigkeit zurückgelegt. Daraus errechnete das Fuelband, wie viele Kalorien verbrannt wurden, was dabei helfen sollte, mehr und effektiver zu trainieren. Eine nützliche Nervensäge im Kampf gegen den inneren Schweinehund.

Ähnliches leisten Apps für Smartphones wie Runtastic zwar schon viel länger. Das mittlerweile von der Axel Springer AG übernommene österreichische Start-up bietet Anwendungen für die unterschiedlichsten Sportarten und Trainingsmethoden an. Kleine Sensoren, die etwa am Schuh befestigt werden und die Leistung des Sportlers auf dem Platz oder beim Jogging aufzeichnen, haben sowohl Nike als auch Adidas mit miCoach seit einiger Zeit im Angebot.

Doch Fuelband war der erste Versuch, die Prinzipien der Quantified-Self-Bewegung, also die alltägliche Selbstvermessung des Körpers, in einem massentauglichen Gerät umzusetzen, in einem modischen Accessoire.

Vermessen, verbessern, verkaufen: Wohin führt die Quantified-Self-Bewegung? Ein Schwerpunkt © Getty Images

Auch Smartwatches messen die Fitness

Seitdem ist viel passiert auf dem Gebiet. Konkurrenzgeräte wie das Armband Up von Jawbone  (129,99 Euro) oder Flex von Fitbit (99,95 Euro) sind mittlerweile auf dem Markt und haben in Tests respektable Eindrücke hinterlassen. Bei den Features übertreffen sie das ursprüngliche Fuelband mitunter deutlich. So ist Flex etwa wasserdicht bis zu zehn Metern Tiefe, mit dem Up kann man zumindest duschen gehen, und beide zeichnen nicht nur die Bewegungen, sondern auch den Schlafrhythmus des Trägers auf. Die gesammelten Daten spielen beide Armbänder via App auf iOS- und Android-Geräte aus.

Zudem drängt eine ganze Klasse neuer Geräte auf den Markt, die nicht nur das Handgelenk im Blick haben und auf denen Fitness-, aber auch Gesundheitsanwendungen laufen können: Smartwatches von Samsung und Sony eignen sich bestens dafür, aber theoretisch auch Googles Datenbrille Google Glass und ähnliche Gestelle.