Acht Millionen Lumia-Smartphones hat Nokia im vergangenen Quartal angeblich verkauft, nach gut sieben Millionen in den drei Monaten davor. Damit reicht Nokia zwar nicht an Apple heran, das locker 30 Millionen iPhones pro Quartal verkauft. Und auch Samsungs Topmodell Galaxy S4 findet deutlich mehr Käufer als alle Lumia-Modelle zusammen. Dennoch sind acht Millionen verkaufte Lumias ein Erfolg – und auf den will Nokia nun aufbauen. Am heutigen Dienstag stellte das Unternehmen in Abu Dhabi neue Smartphones und ein Tablet vor.

Das Nokia Lumia 1520 ist mit seinem Sechs-Zoll-Display und einer 20-Megapixel-Kamera das größte Smartphone der Lumia-Reihe. Wie schon beim bisherigen Spitzenmodell, dem Lumia 1020, soll die Kamera ein wichtiges Verkaufsargument sein. Aber auch die übrige Ausstattung ist nicht schlecht: Der 32 Gigabyte große Speicher kann mit einer SD-Karte auf 64 Gigabyte erweitert werden, es beherrscht den LTE-Standard und soll dank eines 3.400-Milliampere-Akkus besonders lange durchhalten, bevor es aufgeladen werden muss.

Sechs Zoll Bildschirmdiagonale sind genug, um das 1520 wie ein Tablet zum Arbeiten benutzen zu können, glaubt Nokia. Deshalb ist ein Microsoft-Office-Paket vorinstalliert. Das Smartphone wird 800 Euro kosten und soll noch im vierten Quartal auf den Markt kommen.

Die ebenso große Version 1320 soll nur halb so viel kosten. Dafür wird die Kamera nur acht Megapixel haben, und auch beim Prozessor und der Auflösung müssen die Käufer Abstriche machen. Verkauft wird es in Deutschland im ersten Quartal 2014. 

Das Lumia 2520 wiederum ist Nokias erstes Tablet. Es ist 10,1 Zoll groß, sieht aus wie ein übergroßes Lumia-Smartphone und läuft mit dem neuen Betriebssystem Windows RT 8.1 von Microsoft. Es hat ein Mobilfunkmodul, das sogar LTE beherrscht – die Surface Tablets von Microsoft selbst können bislang nur über den Standard WLAN ins Netz, Geräte mit Funkmodulen sollen erst noch kommen. Verbaut wird im Lumia 2520 außerdem eine 6,7-Megapixel-Kamera – für ein Tablet ist das viel.

Damit ist es durchaus ein hauseigener Konkurrent zu Microsofts Surface-Tablets. Das Betriebssystem ist das gleiche wie beim Surface 2 mit Windows RT, und auch für das Lumia 2520 wird es eine Stecktastatur als Zubehör geben. Die hat einen eigenen Akku, der dafür sorgen soll, dass dem Tablet beim Arbeiten nicht so schnell der Strom ausgeht. Das 2520 wird aber zunächst nur in Finnland, Großbritannien und den USA verkauft.

Ein großes Problem der Windows-Plattform ist das begrenzte Angebot an Apps. Wichtige Anwendungen wie eine eigenständige, vollwertige YouTube-App gibt es bis heute nicht. Immerhin wird es nun neben dem Messengerdienst Whatsapp auch Instagram und Vine für Windows Phone 8 geben, wie Nokia am Dienstag bekannt gab. Der Schritt erscheint logisch – ein Hardware-Hersteller, der so großen Wert auf die Kameras in seinen Geräten legt, braucht Zugang zu den wichtigsten Foto- und Videoplattformen.

Neue App platziert Fotos auf Landkarten

Als eigenständiges Angebot hat Nokia die App Storyteller entwickelt. Sie macht aus Bildern und Videos, die mit dem Lumia-Gerät aufgenommen werden, eine Galerie, die alle Fotos mithilfe der GPS-Koordinaten auf eine Landkarte platziert. Die kann zudem anzeigen, welche interessanten Orte sich in der Nähe der Stelle befinden, an denen ein Foto oder Video gemacht wurde.

Für Einstiger und für Menschen in ärmeren Regionen in Afrika oder Lateinamerika stellte Nokia zudem drei neue Modelle der Asha-Reihe vor, das 500, das 502 und das 503. Das 503 ist mit 99 Euro das teuerste Modell. Noch im vierten Quartal will Nokia die bunten Geräte auf den Markt bringen.