Das Unternehmen weist aber darauf hin, dass die App das Prinzip Vertrauen nicht ersetzen könne. Man solle nur jenen Zugang zu seinem privaten Netz geben, denen man vertraue. Denn prinzipiell sei es möglich, dass Passwort auszulesen. Wer Rootzugriff auf sein Telefon habe, könne ein Passwort herausbekommen, das mit ihm geteilt wurde.

Die App taugt übrigens nicht, um die eigene Identität im Internet zu verschleiern. Instabridge kennt seine Nutzer aufgrund der von der App gesammelten Daten ziemlich gut. In seinen Geschäftsbedingungen weist das Unternehmen darauf hin, dass es Strafverfolgern Auskunft gibt, wenn die solche Daten verlangen. Das bedeutet: Nutzer der App unterliegen in Deutschland prinzipiell weiter der Störerhaftung. Strafverfolger können aber mithilfe des schwedischen Unternehmens herausfinden, wer ein freigegebenes WLAN wirklich für illegale Zwecke missbraucht hat.

Wer sein Netz teilen und dabei Anonymität für die Surfer mit einbauen will, der muss dann doch zum Verein Freifunk gehen, der bietet entsprechend konfigurierte WLAN-Router an.

Für das mobile Betriebssystem von Apple gibt es das Programm bislang nicht. Auf der Website aber versprechen die Entwickler, dass für iOS und Windows Phone eigene Versionen gebaut werden sollen.

Kabel Deutschland öffnet WLANs seiner Kunden

Einen anderen Weg, sein WLAN zu teilen, bietet Kabel Deutschland an. Kunden, die ein WLAN-fähiges Kabelmodem haben, sollen ihren privaten Internetanschluss zu einem öffentlichen Hotspot machen. "Homespot" heißt das Programm. Bestandskunden werden per Post darüber informiert, sie haben sechs Wochen Zeit, der Teilnahme zu widersprechen. Neukunden werden bei Vertragsabschluss darauf hingewiesen.

Dabei richtet Kabel Deutschland auf dem WLAN-Modul im Router ein streng vom privaten WLAN getrenntes Netz ein. Dieses WLAN betreibt das Unternehmen selbst, so dass die Störerhaftung nicht greift. Für dieses zweite WLAN wird auf dem Kabelanschluss selbst mehr Bandbreite freigeschaltet, die des privaten Anschlusses soll im gewohnten Umfang erhalten bleiben.

Genutzt werden kann das zusätzliche Netzwerk dann von allen anderen Kabel-Deutschland-Kunden, die sich gerade in seiner Reichweite befinden. Sie müssen sich mit ihren Zugangsdaten einloggen und bekommen für die Dauer der Verbindung eine eigene IP-Adresse zugewiesen. Eine Übersichtskarte zeigt, wie viele dieser offenen WLANs es schon gibt.