Die Android-Oberflächen von LG, HTC, Samsung und anderen machen das Betriebssystem von Google unsicherer. Apples iOS 7 hat allerhand feindselige Reaktionen hervorgerufen, von Beschwerden über körperliches Unwohlsein bis zu juristischen Schritten gegen das Unternehmen. Blackberry steht am Abgrund. Wer trotz allem nicht zu Windows Phone greifen möchte, hat mittlerweile eine ganze Reihe von alternativen Betriebssystemen zur Auswahl. Die nächste kommt von der finnischen Firma Jolla.

Am 27. November, so gab es Jolla am heutigen Donnerstag bekannt, beginnt der Verkauf des ersten Smartphones mit dem Betriebssystem namens Sailfish. Es basiert auf MeeGo, das Intel und Nokia vorangetrieben hatten, bis Nokia beschloss, sich auf Windows Phone zu konzentrieren.

Das Jolla-Smartphone wird ein 4,5 Zoll großes Display mit einer eher niedrigen Auflösung von 960 mal 540 Pixeln haben, eine Acht-Megapixel-Kamera, 16 Gigabyte Speicher und einen Steckplatz für microSD-Karten. Das Betriebssystem bekommt eigene Sailfish-Apps, aber auch Android-Apps funktionieren auf dem Gerät. Der Preis: 399 Euro.

Das erscheint viel. Schließlich gibt es mittlerweile gut ausgestatte Smartphones für weniger als 200 Euro, zum Beispiel von Motorola und sehr gute Geräte wie das Nexus 5 für den Preis von 400 Euro.  

Das Verkaufsargument von Jolla soll offensichtlich das intuitiv zu bedienende Betriebssystem sein, auch wenn die ersten Käufer nur eine Betaversion bekommen werden, die nach und nach aktualisiert werden soll. Erste Reaktionen von Vorab-Testern fallen dennoch enthusiastisch aus.

Zunächst wird das Jolla-Smartphone nur in Finnland verkauft, aber wer eines vorab bestellt hat und in Europa lebt, soll es noch in diesem Jahr geliefert bekommen.

Ebenfalls auf MeeGo basiert Samsungs Betriebssystem Tizen. Ein Gerät mit dem System ist auch schon auf dem Markt, es ist allerdings eine Kamera. Ein erstes Samsung-Smartphone mit Tizen wird möglicherweise beim Mobile World Congress in Barcelona im kommenden Frühjahr vorgestellt.

Eine bereits im Handel erhältliche Alternative zu Android und den anderen großen Betriebssystemen ist das Firefox OS. System und Hardware sind allerdings vor allem für Einsteiger interessant, die bisher kein Smartphone hatten.

Ubuntu for phones dagegen ist noch in der Entwicklungsphase, der Zwischenstand ist aber vielversprechend. Wer sich die Mühe macht, zum Beispiel ein Nexus 4 zu flashen und durch Ubuntu zu ersetzen, bekommt eine durchaus attraktive Benutzeroberfläche zu sehen.