Im Rechtsstreit mit Tageszeitungsverlagen über die Tagesschau-App hat die ARD in zweiter Instanz Recht bekommen. Das Oberlandesgericht Köln entschied, dass die App für Smartphones und Tablets als Teil des Telemedienkonzepts für tagesschau.de ohne Einschränkungen zulässig sei. Der Richter wies die Klage der Verleger ab. Allerdings ist eine Revision vor dem Bundesgerichtshof zulässig.  

Die Begründung ergibt sich aus der Verhandlung im November. Der Vorsitzende Richter hatte damals darauf verwiesen, dass die niedersächsische Staatskanzlei das Konzept von tagesschau.de 2010 freigegeben hat.

Das Telemedienangebot sei in einem geordneten Verfahren vom NDR-Rundfunkrat darauf überprüft worden, ob es mit dem Rundfunkstaatsvertrag vereinbar sei. Die App ist nach Einschätzung des Gerichts nur ein anderer Übertragungsweg für Inhalte des Onlineangebots.

Insgesamt elf Tageszeitungsverlage, darunter Axel Springer, die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und die Funke Mediengruppe (ehemals WAZ), werfen der ARD und dem NDR unlauteren Wettbewerb vor. Mit der App trete der öffentlich-rechtliche Senderverbund in Konkurrenz zu den gegen Geld angebotenen Apps der Verlage.

Das Landgericht Köln hatte 2011 in erster Instanz die Tagesschau-App für unzulässig erklärt. Die Kammer urteilte damals, die App sei ein presseähnliches Angebot ohne Bezug zur Sendung. Denn sie sei geeignet, "als Ersatz für die Lektüre von Zeitungen oder Zeitschriften zu dienen". Die ARD und der für die App verantwortliche NDR hatten Berufung eingelegt.

Die Tagesschau-App ist mit 6,7 Millionen Downloads seit Dezember 2010 sehr populär.