Das US-Unternehmen Innovega stellt auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas einen neuen Prototyp seines iOptik-Systems vor. Damit kann der Nutzer virtuelle Inhalte betrachten und hat dennoch die Umgebung im Blick. Entwickelt wurde iOptik ursprünglich für das Militär.

Das System besteht aus zwei Komponenten: einer Datenbrille, vergleichbar Google Glass oder Meta Pro, und Kontaktlinsen. In die beiden Gläser der Brille sind Projektoren oder Bildschirme integriert, auf denen Medieninhalte dargestellt werden. Hinzu kommen spezielle Kontaktlinsen, die es dem Träger ermöglichen, auch Gegenstände direkt vor dem Auge scharf zu sehen.

Das menschliche Auge braucht einen bestimmten Abstand zum Fokussieren auf ein Objekt. Die iOptik-Kontaktlinsen verfügen über spezielle optische Mikrokomponenten, die das ausgleichen. Dabei behindern sie laut Innovega aber nicht die normale Sicht des Trägers: Das Licht vom Display in der Brille falle durch das Zentrum der Pupille auf die Retina. Das Licht von der Umgebung nehme den Weg durch den äußeren Bereich der Pupille. So entstünden auf der Netzhaut simultan zwei Bilder, die das Gehirn zu einem kombiniere.

Der Nutzer soll so virtuelle Inhalte, etwa E-Mails, betrachten und dabei immer noch seine Umgebung im Blick behalten können. Das System habe dabei sechsmal so viele Pixel wie der Bildschirm eines Mobilgerätes, der Anzeigebereich sei um den Faktor 46 größer.

Voll funktionsfähig

Im vergangenen Jahr hatte Innovega auf der CES einen Prototyp in einem frühen Stadium präsentiert. In diesem Jahr sei daraus "eine tragbare, kontaktlinsenfähige, voll funktionsfähige Megapixel-Brille" geworden, sagte Innovega-Chef Steve Willey.

Den Auftrag für die Entwicklung von iOptik hat das Unternehmen aus Bellevue im US-Bundesstaat Washington 2012 von der Darpa bekommen: Soldaten sollen auf den Bildschirm im Auge Informationen über die aktuelle Lage im Feld eingeblendet bekommen. Innovega hat sich aber entschlossen, iOptik auch für zivile Kunden zu vermarkten.

Erschienen auf golem.de