Die Abspielfunktion für Videos in 2-D und 3-D immerhin ist schon recht beeindruckend. Im Flugzeug oder Zug kann sie ein Tablet durchaus ersetzen, auch wenn sie nur mäßig bequem auf der Nase sitzt und das Bild weniger scharf ist als auf einem Full-HD-Display. Ist der Hintergrund zu unruhig, kann man die Brille verdunkeln, dann verschwindet die Umgebung weitgehend.

Ausgestattet ist die Brille mit den Projektoren, einem Beschleunigungssensor, Kompass und Kamera. Wer sie aufsetzt, sieht einen Desktop mit Icons für die einzelnen Apps, die über das Touchpad angesteuert werden. Das Einstellungsmenü entspricht dem eines Android-Smartphones.

Das Gehäuse des Touchpads beinhaltet neben dem Akku den ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher, einen 1,2-Gigahertz-Doppelkernprozessor, das WLAN- und das GPS-Modul sowie einen Steckplatz für eine microSD-Karte, mit deren Hilfe der acht Gigabyte große interne Speicher für die Apps um 32 Gigabyte erweitert werden kann. Dazu kommen noch In-Ear-Kopfhörer mit integriertem Mikrofon etwa für Skype-Gespräche – oder für Spracheingaben, wenn es dafür erst einmal entsprechende Apps gibt. Mit den Tasten seitlich am Touchpad lässt sich das Display ausschalten und es lassen sich die Einstellungen ändern.

Epson will zeigen, dass man nicht nur Drucker kann

Bei Epson geht man nicht davon aus, dass jemand die BT-200 den ganzen Tag tragen will. Man ist sich der Unzulänglichkeiten des Modells bewusst. Der 1:1-Vergleich zu Google Glass ist deshalb nur bedingt sinnvoll: Google will eindeutig ein komplett alltagstaugliches Gerät auf den Markt bringen, das mindestens so lange auf der Nase bleibt, wie der Akku hält.

Das liegt nicht zuletzt am Geschäftsmodell. Epson baut nur die Hardware und könnte höchstens noch entscheiden, Provision für verkaufte Apps zu verlangen. Möglicherweise soll die Brille auch nur zeigen, dass Epson mehr kann als Drucker und Beamer. Google dagegen entwickelt mit Glass einen Datengenerator – eine Plattform auch für seine eigene Software, weil es letztlich mit diesen Daten Geld verdient.

Epson-Produktmanager Marc Brinckschulte vergleicht die die Moverio BT-200 mit den ersten Handys. Die seien auch klobig gewesen und ihre Besitzer wurden verspottet. Wenige Jahre später waren die Geräte kleiner und eleganter – und fast jeder hatte eines. Bei Smartphones war es ähnlich. Die Entwicklung von Augmented-Reality-Brillen könnte ebenso verlaufen, glaubt Brinckschulte. Es braucht aber erst ein paar Mutige, die sich damit in die Öffentlichkeit trauen.