Sony macht mit der verkleinerten Version seines Topsmartphones Xperia Z1 etwas Entscheidendes anders als andere Hersteller: Es schrumpft zwar die Größe des Geräts, aber nicht die Leistung. In das kleinere Gehäuse des Xperia Z1 Compact packt Sony nahezu die gleiche Technik wie in den Fünfzöller Xperia Z1, verwendet aber ein mit 4,3 Zoll Bilddiagonale deutlich kleineres Display.

Andere Hersteller hatten das bisher anders gehalten: Die kleineren Varianten der Topgeräte sind nicht nur kompakter, sondern auch deutlich leistungsschwächer. Die Hardware des Galaxy S3 Mini und des Galaxy S4 Mini von Samsung hat nicht viel mit den ursprünglichen Geräten gemeinsam. HTC macht mit seinem One Mini auch keine Ausnahme.

Sony dagegen hat mit dem Xperia Z1 Compact nicht nur eine gleichwertige Miniversion des Z1 herausgebracht, das Gerät ist in einigen Punkten sogar besser als das Topsmartphone. Das gilt vor allem für das Display. Es hat mit 1.280 mal 720 Pixeln eine niedrigere Auflösung als das Z1 mit 1080p, die Pixeldichte ist mit knapp 342 ppi ebenfalls niedriger – das Xperia Z1 erreicht hier knapp 441 ppi. Die 720p-Auflösung des Triluminos-Displays ist allerdings ausreichend, Bildschirminhalte werden scharf dargestellt. Auch feine Details sind gut zu erkennen, kleine Schrift ist sehr gut lesbar, ein Treppeneffekt ist lediglich bei genauerem Hinsehen erkennbar. Farben sollen auch beim Xperia Z1 Compact dank der X-Reality-Engine aufgrund einer größeren Farbpalette lebendiger dargestellt werden – auf uns wirken sie kräftig, aber nicht unnatürlich. Große farbliche Unterschiede zu Displays anderer Smartphones können wir allerdings wie beim Xperia Z1 auch hier nicht feststellen.

Blickwinkelstabiles Display

Einen großen Unterschied zum Display des Xperia Z1 gibt es bei der Compact-Ausführung allerdings: Der Bildschirm ist jetzt blickwinkelstabil. Anders als beim Xperia Z1 verliert der Bildschirm des Z1 Compact nicht mehr stark an Helligkeit und Kontrast, wenn der Nutzer schräg auf ihn schaut. Auch die Farben invertieren nicht. Beim Z1 Compact ist das Displayglas kratzfest und hat wie das Z1 eine zusätzliche Bruchschutzfolie. Bei hellem Umgebungslicht sind Bildschirminhalte immer noch gut ablesbar. Der Lagesensor arbeitet ohne erkennbare Verzögerung, auch der Helligkeitssensor reagiert schnell.

Die restliche Hardware entspricht mehr oder weniger der des großen Xperia Z1: Wie bei Sonys großem Smartphone arbeitet im Z1 Compact ein Snapdragon-800-Prozessor mit vier Kernen und einer Taktrate von 2,2 Gigahertz, der Arbeitsspeicher ist 2 Gigabyte groß, der eingebaute Flash-Speicher 16 Gigabyte. Ein Steckplatz für Speicherkarten bis 64 Gihabyte ist eingebaut. Das Auslagern von Apps auf die Speicherkarte ist allerdings nicht möglich. Das Z1 Compact unterstützt Quad-Band-GSM, UMTS und LTE sowie WLAN nach dem neuen schnellen Standard 802.11 ac. Bluetooth läuft in der Version 4.0, ein GPS-Modul und ein NFC-Chip sind eingebaut.

Pureview-Kamera mit 20,7 Megapixeln

Auch bei der Kamera hat Sony keine Abstriche gemacht: Das Z1 Compact hat ebenfalls die 20,7-Megapixel-Kamera mit 1/2,3 Zoll großem Exmor-RS-Sensor, dem G-Lens-System mit maximaler Blendenöffnung von f/2.0 und separatem Auslöseknopf. Dieser startet die Kamerafunktion sehr schnell auch direkt aus dem Standby: Sony gibt die Startzeit mit einer Sekunde an, was hinkommt. Auch der zweigeteilte Digitalzoom des Z1 mit qualitativ hochwertigem erstem Zoombereich ist beim Z1 Compact vorhanden.

Allerdings übernimmt das Z1 Compact nicht nur die guten Kamerafunktionen und die umfangreiche und übersichtliche Kamera-App des Z1 – auch die schlechten Eigenschaften finden sich beim kleinen Smartphone. Beispielsweise startet der separate Kamera-Knopf die Kamera-App wie beim Z1 immer im "intelligenten" Modus, der Aufnahmeszenarien selbstständig erkennt – an sich eine gute Idee, wenn die maximale Auflösung nicht nur maximal 8 Megapixel betragen würde. Möchte der Nutzer die Kamera des Z1 Compact bei voller Auflösung verwenden, muss er wie beim Z1 innerhalb der App auf den manuellen Modus umschalten. Wird die Kamera jedoch über das App-Icon ausgerufen, startet das Programm problemlos im vorher ausgewählten Automatikmodus.

Verwaschene Details auch beim Xperia Z1 Compact

Auch die Bildqualität unterscheidet sich nicht von der des Z1, weshalb einige weniger gute Eigenschaften auch beim Z1 Compact vorhanden sind. Feine Details sind beim Z1 Compact genauso verwaschen und lösen sich teilweise in regelrechtem Pixelmatsch auf. Der Aquarell-Effekt ist also auch hier vorhanden. Ebenso fehlt manchmal der Kontrast, die Belichtung und der Weißabgleich stimmen hingegen meist. In dunkleren Umgebungen macht die Kamera des Z1 Compact recht gute, wenngleich auch artefaktreiche Bilder.