Fazit: ChatSecure setzt auf einer anerkannte, sichere Verschlüsselungstechnik und ist theoretisch sehr flexibel. Die App hat aber die Unannehmlichkeiten, die das XMPP-Protokoll mit sich bringt. Wer bis heute nur WhatsApp benutzt hat, wird mit ChatSecure deshalb nicht glücklich.

Telegram sieht gut aus, ist kostenlos, bietet viele Funktionen und funktioniert plattformübergreifend. Wenn die Macher noch klarer sagen würden, was die App im Hintergrund tut, und wenn sie es schaffen würden, ihren Ruf in der Krypto-Community zu verbessern, wäre Telegram eine empfehlenswerte Alternative zu WhatsApp.

An Threema haftet lediglich der Makel fehlender Transparenz, um auch unter Sicherheitsexperten wirklich anerkannt zu sein. Alle anderen werden die App als gelungene Alternative zu Messaging-Apps ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sehen. Der Threema-Entwickler Manuel Kasper ist ein netter Mensch, aber er meidet die üblichen Hackerkonferenzen. Dabei könnte er dort und im besten Fall mit einem Audit oder der Offenlegung des Quellcodes letzte Zweifel an seiner App ausräumen.

Alles, was surespot fehlt, um besser zu sein als Threema, ist ein etwas größerer Funktionsumfang und die unabhängige Bestätigung dafür, dass alle wichtigen Sicherheitsbedenken ausgeräumt wurden.

Nicht berücksichtigt wurden in unserem Test Silent Text von Silent Circle und TextSecure von Open Whisper Systems, auch wenn beide Apps technisch würdige Konkurrenten wären, entwickelt von Menschen, die wissen, was sie tun. Aber TextSecure gibt es bisher nur für Android und dessen Abkömmling CyanogenMod. Und Silent Text ist zu teuer: Die App selbst ist kostenlos, aber der Service von Silent Circle kostet 9,95 US-Dollar im Monat oder 99,95 im Jahr. Um eine ernsthafte Alternative zu WhatsApp oder Viber sein zu können, ist das zu viel. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine nennenswerte Anzahl von Menschen von einem kostenlosen Dienst auf einen umsteigt, der sie 100 Dollar im Jahr kostet, ist nahe null.