Weitere Gründe für die Ermüdungserscheinungen der Early Adopters: Die Geräte können nicht miteinander kommunizieren, zudem sind die meisten bessere Schrittzähler und tun nicht einmal das sonderlich akkurat. "Schritte, Kalorien und Schlaf werden nicht immer genau gezählt", sagt Jim McDannald, Fußspezialist und Trainer für Mittelstreckenläufer an der McGill University im kanadischen Montreal.

McDannald, der für die Technologietest-Website The Wirecutter über Gesundheits- und Fitnesstechnologie schreibt, hat vor allem an Schlafsensoren viel auszusetzen: "Viele Hersteller behaupten, ihre Geräte könnten mit Sensoren messen, wie viele Stunden man schläft. Man kann schlaflos im Bett liegen und an die Decke starren, was die Geräte als Schlaf messen, da man sich nicht bewegt." Für mehr Genauigkeit müssten die Sensoren die Herzrate oder gleich die Hirnströme messen.

Smarte Kleider

Auch Daniel Matte vom Marktfoschungsunternehmen Canalys hofft auf neue, auf Wearables zugeschnitten Sensoren, auf sogenannte "Systems-on-a-Chip" und neue Materialien. Das kanadische Start-up OMsignal begeisterte etwa im April auf der Facebook-Entwicklerkonferenz in San Francisco das Publikum mit einem biometrischen T-Shirt: Das Sport-Shirt, das in vier Varianten und vorerst nur für Männer erhältlich ist, misst unter anderem Herz- und Atemfrequenz, verbrannte Kalorien und zurückgelegte Schritte.

Die T-Shirts senden die Daten laufend ins Netz, wo sie auf OMsignal-Servern gespeichert werden. Das dürfte nicht jedem behagen, auch wenn OMsignal  versichert, dass der Nutzer bestimmt, wer Zugriff auf die Daten hat. "Die von den meisten Fitness-Tracking-Firmen derzeit in der Cloud gespeicherten Datenpunkte wie Schritte oder verbrannte Kalorien beunruhigen mich nicht, da sie ja auch nicht laufend gestreamt werden", sagt Jim McDannald. "Werden aber erst einmal private medizinische Daten und Laborergebnisse laufend in die Wolke gestreamt, dann müssen wir die Nutzungsbedingungen ganz genau unter die Lupe nehmen." Die Frage nach Datenschutz und Sicherheit wäre dann die nächste im Hype um die Wearables.