Mensch-Maschine - In Zukunft schützen uns Geräte vor der Informationsflut

Designforscher Fabian Hemmert verbindet eine Hassliebe mit seinem Smartphone: Einerseits vervielfältigt es seine Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu treten, andererseits macht es ihn abhängig und hält ihn gefangen.

Hemmert kritisiert, wir nutzten das Handy, um jeden Moment der Langeweile zu unterbinden. In Vorträgen fordert er seine Zuhörer auf, ihr Handy auf den Boden zu werfen oder mit dem Nachbarn zu tauschen.

In den vergangenen Jahren hat Hemmert im Design Research Lab der Berliner Universität der Künste verschiedene Handy-Prototypen entwickelt. Mit ihnen erprobt er Funktionen, die das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine verändern könnten: Mal verfügt ein Handy über Atmung und Pulsschlag, mal lädt sich ein Gerät umso schneller auf, je weiter sein Nutzer entfernt ist, mal verlagert ein Smartphone seinen Schwerpunkt, um anzuzeigen, wohin der Nutzer gehen soll.

Die wesentliche Frage in Hemmerts Forschung ist, wie das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine so gestaltet werden kann, dass der Mensch nicht süchtig wird.

Das Smartphone der Zukunft dient dem Menschen, gibt ihm Zeit, in der wirklichen Welt Erfahrungen zu sammeln, und macht ihn frei, nicht abhängig. Das ist seine Utopie.

Ob und wie Fabian Hemmerts Mensch-Maschine-Entwürfe die Gesellschaft der Zukunft prägen, wissen wir nicht. In dieser Serie stellen wir Utopien vor. In loser Folge lässt ZEIT ONLINE dazu Wissenschaftler, Aktivisten, Unternehmer zu Wort kommen.