Hörgerät GN ReSound Linx © GN ReSound

Für das, was die dänische Firma GN ReSound zeigen will, hat die Internationale Funkausstellung nicht einmal eine Kategorie. Ihre Hörgeräte laufen deshalb in Berlin unter "Sonstige". Hörgeräte sind eben nicht so glamourös wie neue Smartphones und Smartwatches. Dabei werden auch sie smarter, leistungsstärker und gleichzeitig kleiner. GN ReSound zeigt in Berlin ein System namens Linx

Das Besondere daran: Diese Hörgeräte sehen erstens vergleichsweise schick aus und lassen sich zweitens über Bluetooth 4.0 LE (Low Energy) direkt mit einem iPhone, iPad oder iPod Touch koppeln und bedienen. Sie sind seit ein paar Monaten auf dem Markt, nun sollen sie in Berlin einem größeren Publikum vorgestellt werden.

Das Linx-System hat gegenüber klassischen Hörgeräten einige Vorteile. Die Bedienung ist einfach und gleichzeitig unauffällig: Linx-Träger müssen nicht am Hörgerät selbst herumfummeln, wenn sie die Lautstärke regeln wollen. Stattdessen benutzen sie die Hörgeräte-Einstellungen auf ihrem iOS-Geräte (ab iOS 7) oder die übersichtlich gestaltete App von ReSound.

Die App hat zudem einige sehr praktische Funktionen. Sie ermöglicht unter anderem das Verwalten von Soundprofilen für bestimmte Umgebungen. Im Restaurant etwa würden einige Frequenzen unterdrückt, um das Klirren von Geschirr auszublenden. Der Linx-Träger kann dann seine Gesprächspartner besser verstehen. Wer den Effekt verstärken will, legt sein iPhone als Mikrofon vor dem Gesprächspartner auf den Tisch. Was er sagt, wird dann direkt aufs Hörgerät übertragen. Dank GPS erkennt das System das Restaurant beim nächsten Mal wieder und schaltet automatisch in den entsprechenden Modus.

GPS ermöglicht auch, das Hörgerät wiederzufinden, wenn es einmal verloren geht. Ein mit dem Linx gekoppeltes iPhone oder iPad zeigt an, ob man sich in der Nähe des Hörgeräts befindet oder nicht, die ungefähre Position des kleinen Geräts wird auf einer Karte dargestellt.

Linx-Nutzer können zudem Musik von ihrem iOS-Gerät direkt per Bluetooth übertragen, die Hörgeräte sind dann einfach kabellose Ohrhörer. Bei klassischen Hörgeräten ist dafür ein sogenannter Streamer als Zwischenstation notwendig, der Geräusche aufnimmt und ans eigentliche Hörgerät weiterleitet. Den muss man sich um den Hals hängen, verstecken lässt er sich nicht.

Kompatibel mit anderen Apps

Über die Linx-App lassen sich zudem Bässe und Höhen, Lautstärke sowie die Rechts-links-Verteilung an die jeweiligen Vorlieben anpassen. Als Zubehör gibt es aber auch einen Streamer fürs Fernsehen. Er sendet die TV-Töne ans Hörgerät, der Fernseher kann dabei sogar stumm geschaltet sein. Auch der Sound aus anderen iOS-Apps wird übertragen; wer also zum Beispiel eine Navigations-App nutzt, bekommt die Anweisungen direkt ins Ohr gesendet.

Das Linx-System ist ein Hörgerät im medizinischen Sinn, nicht nur ein "Persönlicher Geräusch-Verstärker", wie etwa das Gerät von Soundhawk, das ein weitgehend normales Gehör "erweitern" soll. Ein ReSound Linx ist für Hörgeschädigte gedacht und die Krankenkasse kommt für einen Teil der Kosten auf, sofern der Käufer vorher zum Ohrenarzt geht und die Schädigung feststellen lässt.

Während ein Soundhawk in den USA nur 279 Dollar kosten soll, muss man für ein Linx rund 1.700 Euro hinblättern, pro Ohr wohlgemerkt. Von den etwa 3.500 Euro Gesamtkosten übernehmen die Krankenkassen circa 1.400.