Noch vier Wochen bis Weihnachten, und in diesem Jahr könnte ein beliebtes Geschenk nicht nur unter dem Baum liegen, sondern auch darüber fliegen – in Form einer Hobbydrohne. Neue, erschwingliche Modelle sind auf dem besten Weg, die Gadgets aus der Nische der Modellflieger heraus für ein größeres Publikum zugänglich zu machen. In Großbritannien gibt es in einigen Geschäften bereits Lieferengpässe. Auch in Deutschland dürften sie in diesem Jahr auf vielen Wunschzetteln stehen.

Die Anzahl der Hobby- oder RC-Drohnen über den Parks und Feldern der Republik dürfte deshalb zum Jahresanfang  ansteigen, das passende Wetter vorausgesetzt. Und mit ihnen die Bedenken. Schließlich gelten Drohnen nicht nur als Spielzeug, sondern auch als Ärgernis. Erst vor wenigen Wochen sorgte eine Hobbydrohne für den Abbruch eines Fußballländerspiels. Es häufen sich die Berichte, dass Drohnen in gefährlicher Nähe von Menschen abstürzen oder sogar fast mit Flugzeugen kollidieren. Und ja, natürlich lässt sich mit Drohnen prima spionieren.

Trotzdem glauben einige, dass Drohnen das nächste Smartphone sind. In Zukunft könnten wir sie am Handgelenk mit uns herumtragen. Sicher ist, dass Drohnen durchaus Spaß machen können. Und wer sich an die Regeln hält, dürfte auch keine Probleme mit seinen Mitmenschen oder den Behörden bekommen. Aber wie lauten die wichtigsten Regeln? Was dürfen Drohnen und ihrer Führer und was nicht? Wir beantworten einige der wichtigsten Fragen für den Kauf und Einsatz von Drohnen und Multicoptern.

Ja was denn nun: Heißt es Drohne oder Multicopter?

Der Begriff Drohne ist gebräuchlich für unbemannte Flugobjekte aller Art. Lange Zeit waren sie vor allem aus dem Militär bekannt. Bei den kleinen Flugkörpern im Hobbybereich handelt es sich in der Regel um sogenannte Multicopter: Modellflugkörper mit mehreren Propellern. Die meisten haben vier, weshalb sie auch Quad(ro)copter genannt werden. Einige Enthusiasten vermeiden bewusst den Begriff Drohne, wegen der negativen Assoziationen und der Unterschiede zu autonom fliegenden Varianten. Im Englischen dagegen ist drone für alle Arten geläufig, weshalb er sich zunehmend auch im deutschen Sprachraum durchsetzt.

Was sind die beliebtesten Drohnenmodelle?

Die günstigsten, handtellergroßen Minidrohnen ohne Kamera gibt es bereits ab etwa 30 Euro, zum Beispiel von Hubsan oder Revell. Die sind aber wirklich nur ein Spielzeug. Die beliebtesten Modelle für ambitioniertere Nutzer kommen von zwei Firmen: Das französische Unternehmen Parrot ist mit seiner AR.Drone 2 einer der Marktführer. Sie gibt es ab circa 300 Euro, die Steuerung erfolgt über WLAN und eine Tablet- oder Smartphone-App. Mit der Bebop führt Parrot demnächst aber auch ein Modell mit speziellem Controller für semiprofessionelle Filmemacher ein. Ab 500 Euro bietet der chinesische Hersteller DJI seine Phantom 2 an. Deren Flugzeit und Reichweite übersteigen die der Parrot deutlich. Außerdem enthält sie standardmäßig ein GPS-Modul und weitere Extras. In der Preisklasse von 1.000 bis 1.500 Euro gibt es Modelle für höhere Ansprüche, die zum Beispiel auch Spiegelreflexkameras transportieren können.

Wo darf ich mit meiner Drohne fliegen?

Generell dürfen Drohnen im unkontrollierten Luftraum aufsteigen. Die Voraussetzung für den Betrieb ist allerdings, dass sie sich stets im Sichtbereich der Piloten aufhalten. Ein Modell wie die Parrot AR.Drone hat ohnehin nur eine Reichweite von etwa 50 Metern. Andere aber, etwa die Phantom 2, funktionieren über mehrere Hundert Meter hinweg. Als Faustregel gilt eine maximale Entfernung von 300 Metern und eine Höhe von 100 Metern für den sicheren Einsatz. Was sich gut für einen Flug anbietet, sind Modellflugplätze und freie Feld- und Wiesenflächen, wobei man auch hier die Erlaubnis des Grundbesitzers einholen muss.

Wo darf ich auf keinen Fall fliegen?

Untersagt ist ein Aufstieg im Umkreis von 1,5 Kilometern von Flughäfen. In einigen Stadtgebieten kann die Zone aber größer sein, weshalb man sich vorher informieren sollte. In Berlin etwa sind Drohnen innerhalb des Stadtgebiets ohne Ausnahmegenehmigung komplett verboten, auch wenn sie auf einigen Freiflächen geduldet werden. Auch gibt es Flugverbotszonen wie Regierungsviertel, militärische Stützpunkte oder Naturschutzgebiete. Einige Drohnen bieten GPS-gesteuerte Hilfen an, die Verbotszonen erkennen und umfliegen oder gar nicht erst starten. Darauf verlassen sollte man sich aber nicht.