Am Pekinger Centre for Performing Arts hat sich eine Menschentraube gebildet. Helfer in weißen Hoodies kümmern sich darum, dass jeder Besucher den richtigen Eingang nimmt. Auf ihren Pullovern steht Think higher, ein Slogan, der an Apples Think different erinnert. Es ist allerdings nicht Apple, das hier ein neues Smartphone vorstellt – es geht um ein neues Gerät des Herstellers Meizu.

Die Namen chinesischer Smartphone-Hersteller wie Xiaomi, Huawei und OnePlus sind in letzter Zeit auch in Deutschland immer wieder zu hören. Gemeinsam ist ihnen ihr Konkurrent und Vorbild: Apple. 

Die chinesischen Hersteller wollen den Kaliforniern und anderen großen ausländischen Marken zuerst in China und dann im Rest der Welt den Rang ablaufen. In ihrer Heimat sind sie damit bereits erfolgreich: Nachdem Samsung in China über Jahre die meisten Mobiltelefone verkaufte, musste das koreanische Unternehmen sich dieses Jahr zumindest zwischenzeitlich mit Platz drei zufrieden geben – hinter Xiaomi und Lenovo.

Die heimischen Hersteller kennen den Markt besser als die ausländische Konkurrenz und können ihre Produkte so exakt auf die Anforderungen der Nutzer zuschneiden. Gerade in ländlichen Gegenden sind Mobiltelefone für viele Menschen das erste eigene Gerät, mit dem sie ins Internet gehen. Nicht umsonst nannte Google Asien erst kürzlich die einzig wahre "Mobile First"-Region der Welt.

iPhone bleibt Statussymbol

Allerdings sind iPhones auch in China noch immer das ultimative Statussymbol. Der Besitz eines goldenen iPhone 6 Plus, am besten noch vor dem offiziellen Verkaufsstart, signalisiert: "Seht her, ich kann es mir leisten."  

Doch im Preis liegt auch Apples Schwäche. Während das US-Unternehmen die wohlhabenderen Kunden bedient, erschließen Hersteller wie Xiaomi und Lenovo neue Preissegmente. Highend-Smartphones wie Xiaomis Mi 4 oder Meizus MX 4 kosten um die 2.000 Renminbi (etwa 250 Euro). Darunter gibt es eine Preisklasse mit Geräten zwischen 600 bis 800 Renminbi (75 bis 100 Euro). Durch diese Unterteilung erreichen die chinesischen Hersteller im Gegensatz zu Apple auch die unteren Einkommensgruppen des Landes.