YouTube ist das Maß aller Dinge, aber die Konkurrenz unter den Onlinevideodiensten ist lebhaft. Facebook zum Beispiel verzeichnet gewaltige Zuwächse bei seinen "nativen" Videos, also solchen, die nicht per Codeschnipsel von YouTube oder Vimeo eingebettet sind. Wohl auch deshalb baut die Google-Tochter ihr Angebot aus: Heute erscheint die App YouTube Kids.

Die Zeitung USA Today hatte das vorab in Erfahrung gebracht. Was bis heute nicht bekannt war: Die App gibt es für Android und auch für iOS. Damit machen YouTube und Google klar, wie viel Wert sie darauf legen, Kinder möglichst früh an ihr Angebot binden zu können: Millionen von iPhones und iPads, die zur Kinderbespaßung genutzt werden, will man eben nicht ignorieren.

Die Zielgruppe sind Zwei- bis Achtjährige. Eine gravierende Einschränkung aber gibt es: Die App bleibt bis auf Weiteres US-Kunden vorbehalten. Ob und wann es eine deutsche Version geben wird, ist nicht bekannt.

Äußerlich haben YouTube und YouTube Kids wenig gemeinsam. Die Kinderversion ist sehr aufgeräumt und hat nur die vier Reiter Shows, Music, Learning und Explore. Unter Shows findet sich zum Beispiel die Sesamstraße. Dazu kommt eine Suchfunktion, die auch per Spracheingabe funktioniert. So sollen auch Kinder, die noch nicht lesen und schreiben können, in der Lage sein, die App zu bedienen.

Einen Log-in gibt es nicht, YouTube will keine Nutzerprofile anlegen und nach eigenen Angaben möglichst wenig Daten sammeln. Auf Werbung in der App verzichtet das Unternehmen hingegen nicht. Zur Begründung heißt es, die Produktion kindgerechter Inhalte sei sehr teuer, die Produzenten sollten deshalb die Möglichkeit bekommen, Geld mit den Videos zu verdienen.

Eine Suche nach "Sex" ist nicht möglich

Das Einstellungsmenü ist eigentlich nur für die Eltern vorgesehen und wird mit einem Zugangscode abgesichert. Darin lässt sich zum Beispiel ein Timer aktivieren, der die App nach einer vorgegebenen Zeit schließt. Auch die – einigermaßen nervige – Hintergrundmusik der App lässt sich hier ausschalten.

Die Inhalte finden sich allesamt auch auf YouTube. Ein Algorithmus sortiert passende Angebote für die Kinder-App aus, stichprobenartig wird die Auswahl aber noch von einem Team überprüft. Sollten sich doch ungeeignete Videos in der App wiederfinden, können Eltern diese markieren und so das Team darauf aufmerksam machen. Auch die Suche ist gefiltert: Tippt ein Kind "Sex" als Suchbegriff ein, bekommt es den Hinweis angezeigt "Du solltest lieber nach etwas anderem suchen."