Die Zielgruppe von Emporia findet man auf dem Mobile World Congress in Barcelona vermutlich nicht. Schließlich hat es das österreichische Unternehmen auf Handynutzer abgesehen, die bereits im fortgeschrittenen Alter sind und mit Smartphones eher wenig zu tun haben. Dennoch möchte Emporia auf der Messe, wenn auch etwas versteckt in der allerletzten Halle, sein neues Gerät vorstellen: Das Emporia Smart ist eines der ersten Smartphones, das von Grund auf für Senioren konzipiert wurde.

"Bis jetzt sind Senioren-Handys vor allem Feature-Phones", erklärt die Emporia-Sprecherin Barbara Heim. Die zeichnen sich vor allem durch besonders große und griffige Tasten aus, können aber außer Telefonieren eher wenig. Doch auch unter Senioren steigt der Wunsch, moderne Smartphones zu nutzen: "Viele wissen zwar nicht, dass es Smartphone heißt, aber sie sehen bei ihrer Familie, wie die Jüngeren immer fleißig auf dem Telefon herumwischen. Viele interessiert das, aber sie sind unsicher, ob sie das beherrschen."

Mit klassischen Smartphones macht man ihnen den Wechsel in die moderne Kommunikation jedenfalls nicht leichter, glaubt Emporia-CEO Eveline Pupeter. Um auf die Bedürfnisse von Senioren eingehen zu können, müssen ihrer Meinung nach sowohl Hardware als auch Software aufeinander abgestimmt sein.

Ein wichtiges Argument ist die Sicherheit. Wie viele Senioren-Handys enthält auch das Emporia Smart eine Notruf-Taste auf der Geräterückseite. "Für viele unserer Kunden ist es wichtig, dass sie diese Option haben, wenn sie unterwegs sind", sagt Pupeter. An der Geräteseite gibt es neben großen Lautstärketasten zudem noch eine Taste, die den Kamerablitz in eine Taschenlampe verwandelt.

Touch-Bildschirm, Stift und Tastatur

Das optionale Tastenfeld © Emporia

Ansonsten sieht das Gerät mit seinem 4,5 Zoll großen Display weniger klobig aus als man von einem Senioren-Handy befürchten könnte, auch wenn es alleine aufgrund des verstärkten Rahmens durchaus robust wirkt. "Stigmatisierung ist für viele ältere Menschen ein Problem. Nicht jeder fühlt sich wohl damit, mit einem Uralt-Handy im Café zu sitzen", sagt Pupeter. Deshalb wolle man ihnen ein ansehnliches Gerät anbieten. Auf der technischen Seite bietet es immerhin zwei Kameras mit zwei und acht Megapixeln, einen 1,2-Gigahertz-Vierkern-Prozessor und Steckplatz für eine externe SD-Karte, um mehr Speicherplatz für Fotos oder Musik zu haben.

Interessant ist, wie Emporia mehrere Telefonvarianten in einem Gerät vereint. Gemeinsam mit Usability-Forschern der Universität von Cambridge hat Emporia ein Cover in Form eines physischen Tastenfeldes entwickelt, das sich über den Touch-Bildschirm legt. Berührt es den Bildschirm, können die Nutzer es wie ein traditionelles Handy bedienen. Der obere Teil des Displays bleibt dabei frei. Sind die Nutzer erst einmal an das Touch-Display gewöhnt, lässt sich das Tastatur-Cover komplett abnehmen.

Als weitere Option wird das Smart mit einem Stylus-Pen ausgeliefert. "Die Sensibilität in den Fingerspitzen lässt mit dem Alter nach", erklärt Heim. Deshalb sei es für einige Kunden einfacher, mit einem Stift zu arbeiten. Um den Nutzern den Umstieg zu erleichtern, kommt das Gerät mit einer App, die ganz allgemeine Funktionen eines berührungsempfindlichen Bildschirms erklärt.