Smartphones laufen seit einiger Zeit nicht so gut bei HTC. Der taiwanesische Hersteller hatte ziemliche Probleme in diesem Geschäft, im letzten Quartal 2014 stieg der Absatz zum ersten Mal seit drei Jahren wieder. Als Reaktion arbeitet das Unternehmen daran, sich auf sein wichtigstes Gerät zu konzentrieren, das Smartphone namens One. Auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona stellte HTC wie erwartet die nächste Generation vor, das M9.

Gleichzeitig versucht man sich außerdem in einem neuen Markt, was ungewöhnlich ist für das Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren allein auf Smartphones beschränkte. Gemeinsam mit dem Computerspieleentwickler Valve will HTC 3D-Brillen für die virtuelle Realität bauen. Die Brille mit dem Namen Vive solle bis Jahresende in den Handel kommen, kündigte HTC am Sonntag in Barcelona an. Eine erste Version wurde nun auf der Messe vorgestellt.

Bereits im Frühjahr will das Unternehmen sein Modell Software-Entwicklern zur Verfügung stellen, damit sie Spiele und andere Anwendungen dafür erdenken können. Der Zeitplan ist insofern interessant, da er das Unternehmen Oculus VR unter Druck setzen könnte. Oculus VR wurde im vergangenen Jahr von Facebook für zwei Milliarden Dollar gekauft. Die Firma baut die 3-D-Brille namens Oculus Rift – die wird zwar von Experten in höchsten Tönen gelobt, aber es gibt sie immer noch nicht im Handel, sondern nur als eben jene Entwickler-Versionen.

Die Vive soll einen 360-Grad-Blick bieten und die Kopfbewegungen des Nutzers in Bilder umrechnen, sogenanntes Head Tracking. Mitgeliefert werden sollen zwei drahtlose Controller, einer für jede Hand, mit denen in der dreidimensionalen Welt interagiert werden kann. Wie die Zusammenarbeit mit Valve zeigt, sind vor allem Spiele das Ziel. Aber schon mit der Entwicklerversion sollen auch Inhalte von Firmen wie Google oder HBO angeboten werden.

Bessere Kamera

In Barcelona stellte HTC auch sein neues Smartphone namens M9 vor. Es hat ein Fünf-Zoll-Display, bessere Kameras und einen schnelleren Prozessor als der Vorgänger M8. Und wieder das Aluminium-Gehäuse mit der gewölbten Rückseite. Dieses Mal soll es allerdings besser vor Kratzern geschützt sein.

Die Kamera verarbeitet 20 Megapixel. HTC sagte, man komme damit dem Wunsch der Käufer nach, bessere Fotos machen zu können. Mitgeliefert wird eine App zur Bildbearbeitung, mit die Fotos umfangreich verändert werden können.

Mehr zu dem neuen Smartphone findet sich hier bei golem.de in einem Kurztest.

Und in noch einen Markt möchte HTC, den der Fitnessarmbänder. Das Produkt dazu heißt Grip. Es ist mit Android und mit iOS kompatibel und enthält einen eigenen GPS-Sender zur Ortsbestimmung.