Die neuen Galaxy S6 © Bebeto Matthews/AP/dpa

Über das Innenleben des Smartphones verloren die Verantwortlichen von Samsung überraschend wenig Worte. Und das, obwohl CEO Shin zu Beginn der Präsentation noch scherzte, dass er nicht gut Englisch spreche, weil seine erste Sprache engineering sei. Das Galaxy S6 läuft mit einem Achtkern-Prozessor mit 2,1 Gigahertz. Nutzer können über drei Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen, das Gerät unterstützt neben LTE auch NFC: Mit Samsung Pay möchte der Konzern hier künftig stärker das mobile Bezahlen forcieren – ganz offensichtlich ebenfalls eine Reaktion auf die Pläne Apples.

Bei der Vorstellung hat Samsung nicht extra auf die zahlreichen Sensoren verwiesen. Allerdings agiert der Home-Button am unteren Display-Rand weiterhin als Fingerabdruck-Sensor. Der Blitz auf der Rückseite misst zudem die Herzfrequenz und ermöglicht, mit einem einfachen Auflegen des Fingers personalisierte Nachrichten zu verschicken. Es ist anzunehmen, dass das S6 auch sonst alle Sensor-Funktionen des Vorgängers unterstützt.

Verfügbar ab dem 10. April

Die beiden Galaxy-Modelle bedeuten eine neue Ausrichtung für die Koreaner, und die ist auch nötig: Zwar zählen die Modelle der Galaxy-Serie seit Jahren zu den technisch besten Geräten. Doch die Verkaufszahlen des Vorgängermodells waren enttäuschend und drückten die Umsätze des Konzerns im Spitzensegment. Trotz guter Testergebnisse entschieden sich viele Käufer offenbar dazu, weiterhin an ihren alten Geräten festzuhalten. Zudem zeigt sich, dass die technischen Unterschiede zwischen zwei Generationen kleiner ausfallen. Außerdem bieten Hersteller wie Xiaomi vor allem in China immer bessere Geräte zu deutlich geringeren Preisen an.

Folglich sind Alleinstellungsmerkmale gefragt. Samsung hofft offenbar, die Kunden mit einem neuen Designkonzept locken zu können. Aber sind diese auch bereit, den entsprechenden Preis zu zahlen?

Die beiden Galaxy S6 sollen ab dem 10. April in zunächst 20 Ländern verfügbar sein. Preise nannte Samsung in Barcelona erwartungsgemäß noch nicht. Wie das Blog Sammobile schreibt, soll das Galaxy S6 mit 32 Gigabyte 700 Euro kosten, mit 64 Gigabyte erhöht sich der Preis auf 800 Euro. Das Modell mit 128 Gigabyte soll stolze 900 Euro kosten. Das Galaxy S6 Edge wird jeweils 150 Euro teurer.

Das wären stolze Preise in einem zunehmend umkämpften Markt. Die Koreaner setzen darauf, dass sich die Strategie des doppelten Bildschirms nicht nur in der Note-, sondern auch der Galaxy-Reihe auszahlt. Mit der Abkehr von einem austauschbaren Akku und einer externen Speicherkarte – beides für Samsung-Nutzer beliebte Features – geht das Unternehmen jedenfalls ein Risiko zugunsten des Designs ein. Gleichzeitig zeigt der Konzern, dass er den Konkurrenzkampf angenommen hat.