Kurz bevor Apple seine Smartwatch endgültig enthüllt und verkauft, versucht die Konkurrenz, den Amerikanern zuvorzukommen. Huawei, LG und Pebble etwa zeigen auf dem Mobile World Congres (MWC) in Barcelona drei verschiedene Ansätze, die Potenzial und Probleme heutiger Smartwatches gleichermaßen verdeutlichen. Wir haben uns die Modelle genauer angesehen.

Huawei Watch: Der klassische Newcomer

Der chinesische Hersteller Huawei hat eine der größten Präsenzen auf dem diesjährigen MWC. Kein Wunder, schließlich möchte das Unternehmen langsam auch in Europa und den westlichen Ländern Fuß fassen. Die Huawei Watch ist die erste Smartwatch des Herstellers und, wie das Technikportal The Verge schreibt, ein Überraschungshit des diesjährigen Kongresses.

Auf jeden Fall bemüht sich Huawei, das Design traditioneller Uhren möglichst genau zu kopieren. Mit einem Abdeckglas aus Saphir und Edelstahl hat sich Huawei von der Schmuckindustrie inspirieren lassen. Die runde Uhr wirkt schlicht, aber trotzdem edel, jedenfalls in der goldenen und silbernen Variante. Fast schon etwas zu bieder liegt das Gehäuse auf dem Arm, zumal es wie alle Smartwatches auch immer noch relativ dick ist. Die Krone ist nicht mittig an der Geräteseite angebracht, sondern etwas nach oben versetzt, womit sie sich etwas leichter drücken lässt: Per Druck kommen die Nutzer auf den Startbildschirm zurück.

Huawei hat sich wie Sony und Motorola für Android Wear als Betriebssystem entschieden, entsprechend unterscheidet sich die Bedienung kaum von bereits bekannten Smartwatches. Der Vorteil: Android Wear ist inzwischen im noch immer kleinen Smartwatch-Markt eine feste Größe, die Integration in den Modellen mehrerer Hersteller hilft dem App-Ökosystem.

Der Nachteil: Android Wear ist mitunter unpraktisch. Die Menüführung funktioniert weiterhin vor allem mit Auf, Ab- und Zur-Seite-Wischen auf dem Display. Und das ist einfach nicht besonders intuitiv: Wer sich erst einmal in die zweite Ebene vorgewischt hat, verliert schnell den Überblick, wo er ist. Für die Huawei Watch spricht allerdings, dass ihr Amoled-Display mit derzeit marktführenden 400 mal 400 Pixeln im Vergleich zur Konkurrenz sehr üppig daherkommt.

Kaum mehr als Erweiterung des Smartphones

Die Verwendung von Android Wear bedeutet gleichzeitig, dass die Huawei Watch per Bluetooth mit einem Android-Smartphone gekoppelt sein muss. Über die Companion-App auf dem Smartphone lassen sich Kalendereinträge synchronisieren, das Watch Face ändern, also das Ziffernblatt und gleichzeitig der Startbildschirm, oder Apps konfigurieren. Über die Uhr selbst lassen sich Anrufe tätigen, Memos schreiben oder Kurznachrichten – das alles per Spracheingabe. Puls- und Schrittmesser und weitere Sensoren gibt es natürlich ebenfalls, alles verbunden mit Huaweis eigener Tracking-App.

Huawei folgt mit seiner ersten Smartwatch dem fast schon klassischen Weg von Motorola und Sony: Es ist eine Android-Smartwatch im möglichst edlen Design, die vor allem als Erweiterung des Smartphones dient. Aber ist diese Art von Smartwatch wirklich die Zukunft am Handgelenk, von der in Barcelona alle sprechen?