Auch bei seinem dritten Smartphone bleibt der chinesische Hersteller Oneplus seinem Rezept treu, die Konkurrenz bei guter Ausstattung preislich zu unterbieten. Für einen Preis von 400 Euro gibt es das auf dem Papier hervorragend ausgestattete Three, das für viele Konkurrenten im Hochpreissegment einen Alptraum darstellen dürfte. Nun sind Spezifikationen auf Papier und die Realität häufig zwei verschiedene Dinge. Im Test von Golem.de muss das Three daher beweisen, ob es wirklich eine ernst zu nehmende Alternative zu den Konkurrenzgeräten von Samsung, LG, Sony oder HTC darstellt. Dabei überrascht uns das Gerät – positiv.

Das Design der Vorderseite orientiert sich am günstigen Modell X, die Rückseite hingegen erinnert stark an HTC-Smartphones. Anders als die Vorgänger Oneplus One und Two ist das neue Modell komplett aus Aluminium gefertigt. Die Rückseite ist nicht mehr abnehmbar, der Akku dementsprechend weitaus schwerer zu wechseln. Unterhalb des Displays ist wieder ein Fingerabdrucksensor eingebaut, der zuverlässig arbeitet.

Die Verarbeitungsqualität hat Oneplus beim Three verglichen mit dem Two und insbesondere mit dem One merklich verbessert. Durch das Metallgehäuse wirkt das Smartphone hochwertiger. Auch gefallen uns die leichten Rundungen am Rand der Rückseite gut, ebenso wie der sauber geschliffene Rand. Auffällig ist dagegen die Ausbeulung der Kamera, die an die Galaxy-S6-Modelle von Samsung erinnert: Um 1,2 mm steht das Objektiv hervor.

Kamera ragt aus dem Gehäuse

Bei der Displaygröße bleibt Oneplus bei den bisherigen 5,5 Zoll, auch die Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln bleibt gleich. Damit kommt das Three auf eine Pixeldichte von 400 ppi, was zu einer scharfen Darstellung führt. Wie die Präsentation des Oneplus Three zeigte, setzt der Hersteller allerdings auch auf VR: In einem Betrachter sind bei dieser Auflösung deutlich mehr Pixel erkennbar als mit einem höher auflösenden Smartphone. Unbrauchbar für VR ist das Three dadurch natürlich nicht, eine höhere Auflösung hätte aber das Sehvergnügen verbessert. Allerdings wäre das dann auch zulasten der Akkulaufzeit gegangen.

Das OLED-Display zeigt Farben überraschend natürlich und nicht übermäßig gesättigt an. Die Farbtemperatur lässt sich in den Einstellungen anpassen. Der Bildschirm ist blickwinkelstabil, die Farben und auch die Helligkeit verändern sich nicht nennenswert. Auch bei hellem Sonnenlicht ist das Display damit gut ablesbar. Alles in allem überzeugt uns der Bildschirm des Three, auch wenn er letztlich nicht ganz an den der Galaxy-S7-Modelle oder der aktuellen iPhones heranreicht.

Die Rückseite des Oneplus Three © Tobias Költzsch/golem.de

Sechs Gigabyte Arbeitsspeicher sorgen für flottes System

Im Inneren des Three arbeitet Qualcomms aktueller Topchipsatz Snapdragon 820. Zwei der vier Kryo-Kerne sind mit 2,2 Gigahertz getaktet, die zwei anderen mit 1,6 Gigahertz. Zusammen mit sechs Gigabyte Arbeitsspeicher verfügt das Smartphone über reichlich Leistungsreserven, die sich im Alltag nur schwer ausreizen lassen dürften. Auch grafisch aufwendige Spiele laufen absolut flüssig, Apps starten schnell und selbst bei mehreren offenen Anwendungen kommt das System nicht ins Stocken.

Auch die restliche Hardware ist auf Topniveau: Das Three hat 64 Gigabyte eingebauten Flash-Speicher, in weiteren Versionen ist das Smartphone nicht erhältlich. Dafür gibt es keinen Steckplatz für Micro-SD-Karten - der Nutzer muss also mit dem gebotenen Speicherplatz auskommen. Nutzer können zwei Nano-SIM-Karten gleichzeitig verwenden.