Zu den kaufentscheidenden Merkmalen dürfte für manche Nutzer auch die Möglichkeit gehören, das Smartphone mit einer alternativen Android-Version bespielen zu können. Hier hat das Oneplus Three aktuell dem Axon 7 einiges voraus: Es hat einen offenen Bootloader, und sobald es erste Custom ROMs gibt, können Nutzer diese aufspielen.

Das Axon 7 hingegen hat einen geschlossenen Bootloader, der sich auch nicht ohne weiteres öffnen lässt. Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Im Forum von ZTE USA hat ein Mitarbeiter auf die Nachfrage nach dem Bootloader erwähnt, dass der Bedarf zu diesem Thema sehr groß sei und ZTE der Community diesbezüglich zuhöre. Möglicherweise ändert der chinesische Hersteller seine Bootloader-Politik künftig, ein Thema scheint es zumindest zu sein.

Rooten des Axon 7 nicht ohne Weiteres möglich

Ohne entsperrten Bootloader ist es zwar auch möglich, ein Smartphone zu rooten, das ist aber schwieriger. Wir haben lediglich eine Anleitung im Netz gefunden, die nicht unbedingt den seriösesten Eindruck macht – das Thema wird in den ZTE-Foren noch diskutiert. Aktuell sieht es nicht so aus, als ob das Axon 7 ohne weiteres gerootet werden könnte.

Nutzer sind also momentan noch auf das vorinstallierte ZTE-System Mifavor 4.0 angewiesen, das zwar auf der aktuellen Android-Version 6.0.1 basiert, aber stark vom Hersteller bearbeitet wurde – weitaus stärker als Oneplus das mit seiner Android-Version OxygenOS macht. So hat Mifavor keine App-Übersicht und weicht auch vom Aussehen stark von Googles Material Design ab. Die Benutzeroberfläche kann über eine eigene App verändert werden, auch die Icons lassen sich austauschen. Insgesamt ist das UI aber wesentlich bunter als das des Three, was manche Nutzer stören könnte.

Wie beim Oneplus Three können Nutzer auch beim Axon 7 die Berechtigungen für jede App einzeln bearbeiten. So kann etwa auf Wunsch der Zugriff auf die Kontakte, die Kamera oder den Speicher entzogen werden. Die Schnelleinstellungsleiste kann bearbeitet und mit den gewünschten Symbolen bestückt werden.

ZTE hat auf unserem Testgerät einen eigenen Sprachassistenten installiert, der allerdings nur mit chinesischen Sprachkommandos funktioniert. Ob auch auf dem Gerät für Deutschland ein deutschsprachiger Assistent installiert sein wird, wissen wir noch nicht.

Gute Akkulaufzeit, schnelle Ladezeit

Der Akku des Axon 7 hat eine Nennladung von 3.250 Milliamperestunden, 250 mehr als der des Oneplus Three. Aufgrund des Aluminiumgehäuses ist auch er nicht wechselbar. Full-HD-Filme können wir bei maximaler Helligkeit über zehn Stunden lang anschauen; das ist zwar weniger als beim Oneplus Three mit seinen 13 Stunden, ist aber immer noch ein sehr guter Wert. Im Alltag hält das Axon 7 bei normaler Nutzung problemlos über einen Tag lang durch.

Das Axon 7 unterstützt Quickcharge 3.0 und lädt den Akku in einer halben Stunde um fast 50 Prozent auf. Damit ist das Smartphone nicht ganz so schnell wie das Oneplus Three mit seinem Dash-Charge-Netzteil, das in der gleichen Zeit über 60 Prozent des Akkus auflädt.

Das Axon 7 von ZTE ist aktuell bei Amazon vorbestellbar und kostet 450 Euro. Ausgeliefert werden soll es ab dem 30. Juli 2016. Es ist aktuell nur in Gold verfügbar, als zweite Farbe gibt es eigentlich auch Silber. Später soll das Smartphone auch im Einzelhandel erhältlich sein.

Das Oneplus Three ist direkt über die Internetseite des Herstellers für 400 Euro erhältlich. Aktuell soll das Smartphone innerhalb von sechs Werktagen verschickt werden. Eine Einladung wie bei früheren Oneplus-Geräten ist nicht mehr notwendig.

Fazit

Beide Geräte sind die aktuell besten günstigen Top-Smartphones – ZTEs Axon 7 ist aber noch ein Stück besser als das Oneplus Three. Nicht nur das für Virtual Reality geeignetere Display überzeugt uns, auch die Kamera macht bessere Fotos. Ein für viele Nutzer ausschlaggebender Vorteil dürfte zudem der Speicherkartensteckplatz sein, den das Three nicht hat. Zusätzlich ist das Smartphone explizit für Googles kommende VR-Umgebung Daydream geeignet.

Klangvorteile durch die separaten Audio-Chips gibt es auch, sie sind aber möglicherweise nicht für jeden hörbar oder kaufentscheidend. Spätestens mit zugeschalteter Dolby-Atmos-Unterstützung klingt das Axon 7 aber doch merklich besser als das Three.

Die Verarbeitung ist bei beiden Smartphones auf hohem Niveau. Das Design des Oneplus Three ist etwas unauffälliger, was auch an den fehlenden Stereo-Lautsprecheröffnungen an der Vorderseite liegt. Dass das Axon 7 mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher zwei weniger als das Three hat, ist uns im Alltag nicht aufgefallen.

Wer ein Smartphone sucht, auf dem einfach ein alternatives Android-System installiert werden kann, dürfte allerdings mit dem Axon 7 zumindest aktuell noch nicht glücklich werden. Der Bootloader ist gesperrt, was derartige Unternehmungen schwierig macht. Das Three dagegen kommt bereits entsperrt und kann leicht mit anderer Firmware bespielt werden. ZTE hat aber angedeutet, dass der Bootloader auch beim Axon 7 künftig entsperrt werden könnte.

Wer einfach ein Smartphone mit Topausstattung zu einem niedrigen Preis haben möchte, erhält mit dem Axon 7 ein sehr gutes Smartphone, bei dem die 50 Euro Aufpreis für die bessere Hardware gerechtfertigt ist. Außerdem dürfte der Preis des Axon 7 im Verhältnis zum Three in den kommenden Monaten sinken, sobald es im offenen Verkauf zu haben ist. Dann wird das Preis-Leistungs-Verhältnis noch attraktiver.