Das hätte auch schiefgehen können. Im Frühjahr kündigte Google an, den Namen der kommenden Version des mobilen Betriebssystems Android per Nutzerabstimmung zu finden. Prompt kamen Erinnerungen an die ehrwürdige Boaty McBoatface und all die anderen Onlineabstimmungen auf, die nicht die gewünschten Ergebnisse lieferten. Wieso? Weil Internet. Aber Google sammelte bloß Vorschläge mit dem Anfangsbuchstaben 'N' ein und entschied schließlich selbst über den finalen Namen. In der Tradition, das System nach süßen Snacks zu taufen, trägt Android 7.0 nun den Beinamen Nougat.

Am Dienstag hat Google die neue Android-Version offiziell mit einem Blogeintrag veröffentlicht. Zunächst ist sie nur für Nutzer verfügbar, die am Android-Betaprogramm teilnehmen und ein Nexus-Gerät besitzen. Ab kommender Woche sollen auch alle anderen Nexus-Besitzer nach und nach das Update bekommen.

Wer ein Smartphone anderer Hersteller nutzt, muss sich noch etwas gedulden. Weil die meisten Hersteller die von Google angebotene Android-Version mit zusätzlichen Funktionen, Apps und einem eigenen Look versehen, dauert es immer eine Weile, bis die neusten Versionen kommen – wenn überhaupt. Nicht nur aufgrund von Sicherheitslücken wird dieses Verfahren schon länger kritisiert. Viele Hersteller haben inzwischen zwar schnellere Updates gelobt. Viel geändert hat sich aber nicht.

Welche Geräte bekommen Android 7.0?

Einige Hersteller haben zumindest verkündet, welche Modelle denn überhaupt das nächste große Update bekommen sollen. Als einer der ersten gab HTC an, dass sowohl das aktuelle Oberklasse-Smartphone HTC 10 Nougat bekommt, ebenso der Vorgänger One M9 und das A9. Die Auslieferung ist für das vierte Quartal des Jahres geplant.

Sony hat mittlerweile nachgezogen und Updates für das Smartphone Xperia Z3+ sowie für die Z5- und die aktuelle X-Serie mit verschiedenen Modellen in Aussicht gestellt. Für Huawei gilt es als weitgehend sicher, dass das Huawei P9 sowie das kommende Modell in den Genuss von Nougat kommen. Das Gleiche gilt für LGs modulares Smartphone LG G5.

Bei Samsung dürfte es auf jeden Fall die Besitzer des Galaxy S7 und des soeben vorgestellten Galaxy Note 7 betreffen. Auch die im vergangenen Jahr erschienene S6-Serie zählt zu den Kandidaten, offiziell bestätigte das Samsung allerdings noch nicht. Für die Geräte von Oneplus gibt es ebenfalls nur Gerüchte. Da das System aber nahe am Google-Android ist, gilt ein Update als wahrscheinlich.

Muss ich denn updaten?

In der Regel ist das zu empfehlen, vor allem wenn damit Sicherheitslücken geschlossen werden. Allerdings gibt es vereinzelt Berichte, dass ältere Handys nach größeren Android-Updates nicht mehr ganz so flott laufen oder größere Komplikationen auftreten. Falls der Hersteller kritische Systemupdates weiterhin für ältere Versionen liefert, ist die Installation deshalb nicht immer zwingend notwendig. Auch neue Apps werden mit Android 6.0 funktionieren. Mehr als ein Drittel aller Android-Geräte läuft derzeit sogar noch mit den Versionen 5.0 und 5.1.

Wer das Update aus welchen Gründen auch immer meidet, verpasst allerdings neue Funktionen, die möglicherweise hilfreich sein könnten. Messaging mit Laserstrahlen wie es Apple für das kommende iOS 10 plant, kann Android 7.0 Nougat zwar nicht anbieten. Aber dafür andere Features, von denen wir hier fünf vorstellen.

1. Multi Window

Unter anderem LG- und Samsung-Nutzer kennen die Option schon länger, nun wird sie standardmäßig in Android integriert: Dank Nougat ist es möglich, zwei Apps gleichzeitig auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen. Über den Anwendungsverlauf lässt sich zunächst eine App auswählen, die mit einem längerem Klick in einen Teil des Bildschirms gezogen werden kann. Öffnet man eine zweite App, wird diese im anderen Teil des Bildschirms dargestellt. Über einen Schieber in der Mitte kann die jeweilige Größe der beiden Apps eingestellt werden. Die Funktion ist vor allem auf Bildschirmen mit hoher Auflösung oder Tablets interessant, Daten lassen sich – falls es unterstützt wird – per Drag-and-drop von einer App in die andere ziehen.