"Hallo, ich bin ein Mac." – "Und ich bin ein PC." Mit diesen beiden Sätzen begann vor zehn Jahren die Get-a-Mac-Werbekampagne von Apple, die drei Jahre lang lief. Ein Mittdreißiger im biederen, braunen Anzug stellte den PC da, ein junger Mann im blauen Hemd porträtierte den Mac und hatte am Ende immer die mutmaßlich besseren Argumente, einen Mac statt eines PCs mit Windows zu kaufen. Die Kampagne war ein Seitenhieb gegen Microsoft, das mit einem Ruf eines langweiligen Softwareunternehmens zu kämpfen hatte, während Apple die junge, urbane Käuferschaft anzog.

Zehn Jahre später genießt Apple immer noch den Ruf des hippen Unternehmens, das MacBook gilt als Aushängeschild der Kreativ- und Medienbranche. Aber auch Apple muss sich der Realität stellen: Die Umsätze gehen zurück und Laptops sind vielleicht ein prestigeträchtiger, aber längst nicht mehr der wichtigste Wirtschaftszweig des Unternehmens. Vielleicht auch deshalb hielt sich Apple in den vergangenen Jahren mit wirklichen Innovationen zurück, was seine Laptops anging.

Neue MacBook Pros ohne SD-Kartenslot, dafür mit USB-C

Für die letzte Produktpräsentation vor dem Weihnachtsgeschäft musste Apple sich am Donnerstagabend deutscher Zeit also etwas überlegen – und begann mit einem Ausflug in die Vergangenheit: "Diese Woche ist eine wichtige in der Geschichte von Apple", sagte CEO Tim Cook zum Auftakt der Präsentation. Vor fast genau 25 Jahren nämlich enthüllte das Unternehmen mit dem Powerbook seinen ersten Laptop, der damals mit einem eingebauten Trackball und seiner Displaytechnik Maßstäbe setzte.

Das nun vorgestellte neue MacBook Pro soll diese Innovation fortsetzen. Zunächst zu den Spezifikationen: Es wird in zwei Größen erhältlich sein, wobei das 13-Zoll-Modell 14,9 Millimeter dick sein und etwa 1,4 Kilogramm wiegen wird. Das 15-Zoll-Modell ist 15,5 Millimeter dick und etwa 1,8 Kilogramm schwer. Beide sind somit deutlich dünner und leichter als ihre Vorgänger. Das größere Modell verfügt über einen Core-i7-Vierkernprozessor mit 2,6 Gigahertz, das kleinere Modell über einen Core-i5-Zweikernprozessor mit 2,9 Gigahertz. Das Trackpad ist größer denn je, und das Retina-Display wurde ebenfalls noch einmal verbessert.

Freunde der Kopfhörerbuchse können aufatmen: Anders als im iPhone 7 gibt es sie in den neuen MacBook Pros weiterhin. Die jüngste Tradition, Anschlüsse kurzerhand zu kappen, hat Apple deshalb nicht aufgegeben. So fehlen sowohl ein SD-Kartenslot als auch die älteren USB-Anschlüsse. Stattdessen gibt es wahlweise zwei (im 13-Zoll-Modell) oder vier (im 15-Zoll-Modell) Thunderbolt-3-Anschlüsse, die komplett mit USB-C kompatibel sind. Über sie lassen sich Displays oder externe Geräte anschließen sowie die Geräte aufladen. Für Käufer mit älterer Peripherie heißt das: Adapter kaufen – wieder einmal. Den früheren Stromanschluss gibt es in dem komplett aus Aluminium bestehenden Gehäuse übrigens ebenfalls nicht mehr.

Die Touch Bar ist eine kontextsensitive Tastaturleiste

Dafür gibt es die erwartete Neuheit: die Touch Bar, wie Apple sie nennt. Dabei handelt es sich um eine berührungsempfindliche OLED-Leiste, die über der klassischen Tastatur angebracht ist und die Funktionstasten F1 bis F12 ersetzt. Die lassen sich allerdings auch weiterhin anzeigen; etwa, um die Lautstärke oder die Helligkeit des Displays zu verändern. Zudem ist es möglich, die virtuellen Tasten in der Leiste nach eigenem Belieben über die Software anzupassen.

Alternativ passt sich die Touch Bar automatisch den aktuell auf dem Bildschirm geöffneten Programmen an. Wer zum Beispiel Safari startet, bekommt in der Leiste die Icons der beliebtesten Websites angezeigt. Wer eine Bildbearbeitung aufruft, kann über die Leiste einige Funktionen ausführen, ohne dafür die Tastatur oder das Trackpad nutzen zu müssen. Und weil Apple inzwischen auch Emojis für sich entdeckt hat, verwandelt sich die Touch Bar in eine Emoji-Leiste, wenn das Chatprogramm geöffnet ist.

Die Touch Bar liefert eine Vielzahl neuer kontextabhängiger Tastenkombinationen. Das soll einerseits die Produktivität der Power-User erhöhen, für die das MacBook Pro in erster Linie gedacht ist. Andererseits wurde ein zweites Szenario vorgestellt, das sich Apple von der Technik erhofft: In Onlineshops, die den Bezahldienst Apple Pay unterstützen, ist es künftig möglich, direkt per Shortcut einzukaufen. Zur Bestätigung müssen die MacBook-Besitzer dafür bloß auf den im Einschaltknopf integrieren Fingerabdruckscanner klicken. Auch die Nutzerprofile in Mac OS lassen sich so einfach wechseln: Finger auflegen und das System ändert den Nutzer.