Die beiden MacBook-Pro-Modelle im Größenvergleich © Apple

Geht es nach den Verantwortlichen von Apple, verändert die Touch Bar das Arbeiten mit dem Laptop nachhaltig. Neben Tastatur, Maus und Trackpad bekommen die Nutzer eine zusätzliche Eingabemöglichkeit – wenn es denn die jeweilige Software unterstützt. Wie praktisch die Leiste im Alltag ist und ob sie Preise ab 1.999 Euro (13 Zoll) und 2.699 Euro (15 Zoll) rechtfertigt, muss sich erst noch zeigen.

In jedem Fall führt sie Apples Pläne fort, die Interaktion mit seinen Geräten zu verändern. Das hat sich in der jüngeren Vergangenheit gleich in mehreren Produkten gezeigt. Die Force-Touch-Technologie etwa führte vor zwei Jahren eine weitere Dimension auf Touchscreens im iPhone ein: Ein stärkerer Druck auf das Display löst andere Aktionen aus. Mit Siri setzt Apple – wie Google, Amazon und Microsoft – zunehmend auf Sprachsteuerung. Sie ist auch in die kürzlich vorgestellten (und gerade verschobenen) kabellosen AirPods integriert.

Auf den ersten Blick mag die Touch Bar deshalb wie der Versuch klingen, zwanghaft innovativ zu sein. Wie ein Gimmick, mit dem sich Apple von der Konkurrenz absetzen möchte. Doch ähnlich wie Microsoft mit dem erst am Mittwoch vorgestellten Surface Studio zeigt, ist Spezialisierung möglicherweise ein Weg, um weiterhin mit klassischen Computern Geld zu verdienen. Wer ein Fan von MacBooks ist, wird um die neuen Modelle nicht herumkommen und möglicherweise den Nutzen der Touch Bar für sich finden. Sollten demnächst auch andere Hersteller nachziehen, darf sich Apple tatsächlich den Hut des Innovators aufsetzen.

Apple TV mit Twitter und Siri

Neben den MacBooks auch hat auch Apple TV einige Neuerungen spendiert bekommen. Die wichtigste Ankündigung ist eine App, die Apple schlicht TV nennt und eine zentrale Anlaufstelle für sämtliche TV-Angebote sein wird. Damit soll das Streaming erleichtert werden. Das Interface erinnert auf den ersten Blick an Netflix: Neben persönlichen Empfehlungen der Apple-Redakteure sammelt TV Inhalte verschiedener Dienste wie etwa HBO Now oder des Nachrichtensenders CNN. Statt deren einzelne Apps zu starten, lassen sich die jeweiligen Filme und Serien aus der TV-App heraus abspielen. TV soll nicht nur auf Apple TV, sondern auch unter iOS funktionieren. Zunächst aber wohl nur in den USA.

Zusätzlich gibt es eine neue Integration von Twitter und Siri: Wer etwa ein Football-Spiel auf Apple TV guckt, kann mit der Fernbedienung eine Twitter-Timeline am rechten Bildschirmrand einblenden und Statistiken und Gifs sehen oder an Umfragen teilnehmen. Stichwort: Social TV. Mithilfe von Siri können die Zuschauer zudem künftig noch besser per Stimmeingabe nach Inhalten suchen: Wer sagt, er möchte ein Spiel eines aktuellen Vereins gucken, wird von Siri automatisch in die entsprechende App geschickt.