Ausgeliefert wird das 10 Evo mit Android 7.0 und HTC-eigener Sense-Oberfläche. Wie bereits beim HTC 10 ist diese verglichen mit früheren Versionen merklich abgespeckt: HTC hat auch bei seinem neuen Modell unnötige App-Doppelungen vermieden. So gibt es beispielsweise als Galerie nur Google Fotos und keine extra Galerie-App von HTC. Dadurch wirkt auch das 10 Evo nicht überfrachtet mit unnötigen Apps. Die Sense-Benutzeroberfläche unterscheidet sich ansonsten immer noch merklich von der Standard-GUI von Android. Auch beim 10 Evo wirkt sie allerdings aufgeräumt und übersichtlich.

Vergleichen wir das 10 Evo mit dem HTC 10, dann fällt es uns schwer, zu erkennen, warum HTC das Gerät auf den Markt bringt. Ja, es ist ein wenig größer als das normale 10 und es ist wasserdicht. Diese vom Hersteller als Verkaufsargumente vorgebrachten Punkte reichen allerdings nicht aus.

Ohne Frage ist das 10 Evo ein gutes Smartphone: Die Kamera macht gute Bilder, das Display ist hochauflösend und hat eine tolle Farbwiedergabe und die Verarbeitung des Metallgehäuses ist hervorragend. Das trifft allerdings auch auf das normale HTC 10 zu, das zusätzlich in zahlreichen anderen technischen Details besser ausgestattet ist - beispielsweise beim Arbeitsspeicher, dem Schnellladestandard oder auch der lichtempfindlicheren Kamera.

Die fehlenden herausragenden Merkmale, die stellenweise etwas schlechtere Ausstattung und der Problem-Prozessor Snapdragon 810 fallen besonders ins Gewicht, wenn wir den Preis des 10 Evo mit dem des normalen HTC 10 vergleichen. Dieses ist mittlerweile für um die 530 Euro erhältlich, also 50 Euro günstiger als der zu erwartende Startpreis des 10 Evo. HTCs Einwand, dass die 580 Euro ja nur der Listenpreis sei und das Smartphone günstiger werde, lassen wir nicht gelten: Zu Anfang wird das 10 Evo teurer sein als das normale 10, ein plötzlicher Preisrutsch von 50 Euro gleich zu Anfang des Verkaufs ist unwahrscheinlich.

Es ist HTC natürlich nicht vorzuwerfen, dass sie ein in den USA auf den Markt gebrachtes Smartphone auch in anderen Teilen der Welt verkaufen, insbesondere kurz vor Weihnachten. Allerdings raten wir Interessenten an einem HTC-Smartphone zum Kauf der hauseigenen, günstigeren und besseren Konkurrenz in Form des HTC 10. Wem die Marke egal ist, der findet auch bei der Konkurrenz entsprechende Geräte, etwa bei Samsung oder Oneplus.