Die Google-Schwester Waymo verklagt den Fahrdienstvermittler Uber wegen des angeblichen Diebstahls von Technologie. Uber und das von ihm übernommene Start-up Otto hätten bei Waymo Know-how für die Entwicklung selbstfahrender Autos gestohlen, um "Risiken, Zeit und Ausgaben" bei der Entwicklung eigener Technologien zu verringern, heißt es in der Klage.

Konkret soll das von Uber aufgekaufte Start-up eine bestimmte Lasertechnologie kopiert haben. Mit den Lidar genannten Lasersensoren sollen die autonom fahrenden Autos andere Wagen, Fußgänger und weitere Hindernisse auf ihrem Weg erfassen. Die Laserradare, die als Aufsätze auf den Dächern der Wagen rotieren, sollen Waymo nach eigenen Angaben "Dutzende Millionen Dollar und Zehntausende Ingenieursarbeitsstunden" gekostet haben.

Waymo will mit der Klage erreichen, dass Uber und Otto gerichtlich untersagt wird, die Technologie weiter einzusetzen. Außerdem sollen sie Schadensersatz in zunächst nicht genannter Höhe zahlen.

Der Klageschrift zufolge wurde der Technologiediebstahl zufällig in einer E-Mail eines Zulieferers bemerkt. Im Anhang seien technische Schaltpläne für Uber enthalten gewesen, die eine "auffallende Ähnlichkeit" mit "höchst vertraulichen" Waymo-Plänen gehabt hätten. In der Klage ist von einem "kalkulierten Diebstahl" die Rede. Uber äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Kein Einzelfall in der Branche

Waymo ist eine Schwesterfirma von Google unter dem Dach des Konzerns Alphabet. Das Unternehmen wurde durch die Entwicklung von autonom fahrenden Autos bekannt. Auch Uber arbeitet an solchen Technologien und testete bereits den Betrieb von fahrerlosen Taxis. Im August hatte das Unternehmen das Start-up Otto gekauft, das Fahrzeuge so nachrüsten will, dass sie ohne Fahrer unterwegs sein können.

Über Alphabet sind Waymo und Uber indirekt verbunden: Der Konzern ist hatte bereits 2013 rund 260 Millionen Dollar in den Fahrdienstvermittler investiert. Zuletzt entwickelte sich allerdings eine zunehmende Rivalität zwischen den Unternehmen.

Die Klage ist kein Einzelfall in der Branche: Erst vor wenigen Wochen verklagte der Elektroautohersteller Tesla den früheren Chef seines Assistenzsystems Autopilot: Sterling Anderson soll vor seinem Abgang Hunderte Gigabyte an Daten auf eine Festplatte geladen und mitgenommen haben.