Bleibt noch die dritte Funktion: Der Lautsprecher als Steuerungszentrale für das Smart Home. Dieser Funktion hat Google ein eigenes Untermenü in der Home-App spendiert. Schließlich will das Unternehmen, wie eingangs erwähnt, eine zentrale Rolle im vernetzten Eigenheim einnehmen.

Wie das aussieht, konnte ich am Beispiel von Philips Hue ausprobieren. Das System enthält vernetzte LED-Lampen, die sich über einen kleinen Hub mit dem WLAN-Netzwerk verbinden und anschließend über die Hue-App konfiguriert werden. So kann jeder Lampe ein Raum zugewiesen werden, die Farbe und Lichtstärke kann angepasst werden und es lässt sich einstellen, dass das Licht automatisch ausgeht, wenn der Bewohner die Wohnung verlässt. Mit Google Home kommt die Sprachsteuerung dazu, denn es unterstützt Philips Hue.

So kann ich in der Home-App einfach die Hue-Lampen hinzufügen und sie Räumen zuweisen. Anschließend hört die Beleuchtung auf mein Wort. Was dazu führt, dass ich ungefähr zwanzig Minuten darauf verschwende, die Lampen in jedem Zimmer per Touchscreen in allen möglichen Farben scheinen zu lassen und mich dabei prächtig amüsiere (ein Disco-Preset gibt es unerklärlicherweise nicht.)

"Ok Google, schalte das Licht im Wohnzimmer an."
"Natürlich, Wohnzimmer wird angeschaltet."
"Ok Google, stell das Licht in der Küche blau."
"Klar, die Farbe in der Küche wird zu blau geändert."

Interessant wird es, wenn ich die Lampensteuerung noch mit eigenen Befehlen oder ganzen Aktionsketten verknüpfe. Etwa indem ich den Sprachbefehl "Ab in die Falle" in der App mit dem Befehl "Alle Lichter ausschalten" verknüpfe. Wer auch noch smarte Thermostate hat, kann diese dann auch gleich herunterdrehen. So genügt ein Sprachbefehl, damit Google die gesamte Wohnung bettfertig macht. Eine Spielerei? Sicher, aber eben auch komfortabel, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat.

Amazon Echo vs. Google Home – unentschieden

Gewöhnung ist letztlich das Stichwort. Auch wenn ich meinen Alltag problemlos weiterhin ohne sprachgesteuerten Assistenten meistern kann, erkenne ich in Geräten wie Google Home oder Amazon Echo zunehmend das Potenzial dieser Technik.

Google Home im Größenvergleich mit Amazon Echo © ZEIT ONLINE

Einen Gewinner zwischen den beiden Systemen kann ich nach den kurzen Tests nicht küren. Google Home sieht besser aus, dafür hat Alexa die angenehmere Stimme. Was die Mikrofone angeht, sind beide ähnlich gut und auch der Sound ist ähnlich. Home hat bei den Suchanfragen die Nase vorn, dafür kann Amazon auf Angebote von Drittentwicklern zurückgreifen. Home hat Chromecast, Echo den Fire Stick. Als Smart-Home-Hub haben beide Potenzial, doch hier kommt es letztlich darauf an, bestehende und künftige Geräte gut zu integrieren.

Am Ende wird Google Home wohl trotzdem keinen dauerhaften Platz neben meinem Fernseher einnehmen. Dafür sind mir der Datenhunger des Geräts und der Aufwand, einen eigenen Google-Account dafür zu erstellen und diesen dann auf meinem Smartphone zu nutzen, zu groß. Ich habe mich gerade erst daran gewöhnt, mit einem kleinen Lautsprecher zu kommunizieren. Ihm alle meine Daten zu geben, die ich in Google eigentlich deaktiviert habe, ist dann noch ein Schritt zu viel für den Moment. Deshalb bleibt leider nur der Abschied:

"Ok Google, it's not you, it's me."
"Klingt so, als ob du gerade Schluss mit mir machst. Ich dachte, es lief so gut mit uns."