Obwohl er putzig und faszinierend ist, ist Cozmo kein perfektes Spielzeug. Jedenfalls noch nicht. Die Spiele und Tricks, die er beherrscht, sind für ein Produkt, das bereits seit einem Jahr auf dem Markt ist, noch immer überschaubar. Wer zwanzig Mal Quick Tap gespielt hat, hat dann auch genug davon. Auch die Verbindung mit der App ist nicht ideal. Da sich das Smartphone mit dem WLAN des Roboters verbindet, kann man nicht gleichzeitig das heimische Netzwerk nutzen. Die App muss außerdem, jedenfalls in Android, immer offen sein. Wechselt man in eine andere App, legt sich Cozmo kurz schlafen.

Auch die Hardware scheint nicht immer völlig ausgereift. So haben die Würfel während des Tests immer mal wieder kurzzeitig die Verbindung verloren, was aber auch einfach an der Batterie liegen könnte. Und obwohl Cozmo eigentlich die Schreibtischkante erkennen soll, ist er mir zweimal abgestürzt. Er hat es glücklicherweise überlebt. Für ein Gerät mit rund 360 Einzelteilen ist der Roboter erstaunlich robust, auch wenn ich mich frage, ob das in Kinderhänden immer noch der Fall ist. Wobei Kinder nicht unbedingt die einzige Zielgruppe sind: Laut Hanns Tappeiner sind 44 Prozent aller Käufer erwachsen.

Anki hat bereits neue Funktionen in Aussicht gestellt. Technisch begabte Menschen können zudem das Code Lab nutzen, mit dem sie Cozmo selbst neue Befehle und Tricks beibringen können. Hanns Tappeiner sieht den Roboter letztlich auch als ein Werkzeug, künstliche Intelligenz Entwicklern und Programmierern nahezubringen. Denkbar ist, dass eines Tages Drittentwickler zusätzliche Widgets und Funktionen anbieten, auch wenn Anki noch keine weiteren Details verrät.

Das Haustier der Zukunft

Mit einem Verkaufspreis von 230 Euro ist Cozmo ein teures Spielzeug, das sein Potenzial derzeit vor allem andeutet. Er zeigt, wohin die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, emotionaler Maschinen und Roboter als Begleiter im Alltag führen könnten. Es ist nicht abwegig, Cozmo als Prototypen des Haustiers der Zukunft zu sehen. Wie ein Hamster ist er eben da, beschäftigt sich mit sich selbst, sieht dabei putzig aus, kann seine Bedürfnisse äußern, seine Besitzer erkennen und hat dabei zumindest andeutungsweise eine Persönlichkeit.

Spracherkennung, spätestens seit Amazons Echo und Google Home einer der größten Technikhypes und der nächste Schritt, die Beziehung zwischen Mensch und Maschine zu verbessern, soll Cozmo fürs Erste nicht bekommen. Er kann zwar Namen und einzelne Worte brabbeln, doch eine vollständige Spracherkennung und -ausgabe sei technisch derzeit zu aufwändig, sagt Tappeiner. Zumal der Roboter keinerlei Verbindungen zu Servern in der Cloud herstellt. Die künstliche Intelligenz, die Gesichtserkennung und die Persönlichkeit, all das verlässt erfreulicherweise niemals den Roboter und das mit ihm verknüpfte Smartphone.