Apple hat die erfolgreiche Musikerkennungs-App Shazam aufgekauft. Das teilten beide Unternehmen mit. Angaben zum Kaufpreis machten sie nicht. Laut Branchenkennern liegt die Summe bei rund 400 Millionen Dollar, wie schon am vergangenen Wochenende die Webseite TechCrunch berichtet hatte. Dies würde deutlich unter der jüngsten Bewertung von Shazam von rund einer Milliarde Dollar liegen.

"Apple Music und Shazam sind ideale Partner", erklärte Apple. Für die Zusammenarbeit mit Shazam habe das Unternehmen "aufregende Pläne auf Lager". Das in London ansässige Shazam erklärte seinerseits, es gebe "kein besseres Zuhause" für die Firma als Apple. Die Fusion werde Shazam helfen, weiterhin innovativ zu bleiben.

Die Shazam-App lässt sich bereits jetzt auf Apples iPhones mithilfe des Sprachassistenten Siri aktivieren. Sie kann über den Zugriff auf die Mikrofone eines Smartphones den Namen des Lieds anzeigen, der gerade in der Umgebung gespielt wird. Dafür wird die Aufnahme mit einer Datenbank aus allen möglichen Musiktiteln auf den Servern von Shazam abgeglichen.

Shazam hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, die Zahl von einer Milliarde Downloads auf Smartphones erreicht zu haben. Dennoch kämpfte die Firma lange darum, profitabel zu werden. Erst kürzlich teilte sie mit, dank Werbeeinnahmen und der Weiterleitung von Nutzerverkehr zu Apple Music und Spotify die Gewinnzone erreicht zu haben.

Apple hatte den Musikmarkt im Internet im Jahr 2001 mit der Einführung des Online-Musikstores iTunes geprägt. Beim Streaming gehörte Apple aber nicht zu den führenden Anbietern, sondern brachte erst 2015 Apple Music auf den Markt. Der Dienst hat derzeit 27 Millionen Abonnenten, der Rivale Spotify mit rund 60 Millionen Nutzern mehr als doppelt so viele.