Eine Kamera mit künstlicher Intelligenz und ein Fokus auf Sound: Das neue Smartphone G7 Thinq von LG soll mit einer hochwertigen Hardware bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern punkten und mit den aktuellen Geräten von Samsung und Huawei konkurrieren. Aber reichen die Features des zweiten Modells der Thinq-Reihe wirklich aus, um zu überzeugen?

Verglichen mit dem Vorgänger G6 hat LG das Design des G7 Thinq ziemlich überarbeitet. Das neue Modell besitzt deutlich weniger Kanten als das vorige, insgesamt wirkt es unauffälliger – aber dadurch auch ein wenig mehr wie die Geräte der Konkurrenz. Mit einer Bildschirmgröße von 6,1 Zoll ist es zudem größer als der Vorgänger. Die Auflösung beträgt 3.120 mal 1.440 Pixel, das Bildschirmformat liegt bei 19,5 zu 9. Trotz dieses recht langgezogenen Formats liegt das G7 Thinq gut in der Hand.

In dem neuen LG-Smartphone ist wie bei vielen anderen aktuellen Geräten eine sogenannte Notch eingebaut, in der die Frontkamera und Sensoren integriert sind. Wem diese Display-Einbuchtung nicht gefällt, der kann sie in den Einstellungen ausblenden. Dann werden die Bereiche links und rechts davon schwarz dargestellt, sodass die Notch nicht mehr auffällt.

Die Rückseite des G7 Thinq ist aus Glas, die Oberfläche schimmert leicht im Licht. Das schwarze Testmodell bekommt dadurch bei Lichteinfall einen dunkelblauen Schimmer. Der Rahmen des Smartphones ist aus Metall, die allgemeine Verarbeitung sehr gut. Den Einschalter hat LG bei seinem neuen Modell anders als beim G6 nicht auf der Rückseite im schnell reagierenden Fingerabdrucksensor eingebaut, sondern ganz klassisch am rechten Rand. Am linken Rand befinden sich die Lautstärketasten sowie der neue Knopf für den Start des Google Assistant.

Auf der Rückseite hat LG eine Dualkamera integriert, die aus zwei 16-Megapixel-Sensoren besteht. Wie beim G6 besteht sie aus einem Objektiv mit einem Standardweitwinkel sowie einem Superweitwinkelobjektiv. Beim G6 lag die Auflösung der beiden Kameras aber bei 13 Megapixel. Auch die Anfangsblenden sind beim G7 Thinq besser: Das Hauptobjektiv hat f/1.6, das Superweitwinkelobjektiv f/1.9.

Wie beim Vorgängermodell können Nutzer per Schaltfläche, per Pinch-Zoom oder per Schieber in den Superweitwinkelmodus wechseln. LG hat bei dem neuen Modell den Blickwinkel etwas verringert, so gibt es weniger Randverzeichnungen. Das macht sich besonders bei Linien und Kanten bemerkbar. Auf Kosten des Weitwinkeleffekts erhalten Nutzer weniger verzeichnete Bilder – ein akzeptabler Tausch.

Fotos bei Dunkelheit ein Problem

Das G7 Thinq macht bei Tageslicht sehr gute Aufnahmen. Die Belichtung stimmt, der automatische Weißabgleich passt. Die Detailschärfe ist gut und vergleichbar mit der des Galaxy S9, allerdings haben die Bilder des LG-Smartphones bereits bei hellem Tageslicht mehr Artefakte. Verglichen mit dem P20 Pro von Huawei im Zehn-Megapixel-Modus ist die Detailschärfe beim G7 Thinq bei starker Vergrößerung besser, gegen den 40-Megapixel-Modus kommt LGs neues Smartphone aber auch nicht an.

In sehr dunklen Umgebungen lässt die Schärfe dann allerdings stark nach. Sowohl das Galaxy S9 als auch das P20 Pro im Zehn-Megapixel-Modus liefern weitaus bessere Resultate – auch bei der Ausleuchtung dunkler Bereiche. Das G7 Thinq hat zwar den neuen "Superhell-Modus", der Aufnahmen in schummrigem Licht aufhellt. Aber auch wenn die Ausleuchtung dann besser ist, sinkt die Bildqualität merklich.