Mit Allgemeinbildung hat es Siri ja nicht so. Als ich Apples künstlicher Intelligenz über den HomePod die erste Frage stelle, nämlich wann der Zweite Weltkrieg angefangen habe, antwortet sie überzeugt:

"Zweiter Weltkrieg begann am 2. September 1945."

Ähm, nicht ganz. Gut, ist ja schon länger her, versuchen wir es mit einer aktuelleren Frage.

"Hey Siri, wer ist Bundeskanzlerin?"

"Als Bundeskanzlerin wird eine Regierungschefin Deutschlands sowie eine Leiterin der Schweizerischen Bundeskanzlei bezeichnet."

Korrekte Antwort, aber nicht das, was ich wissen will. Ich versuche es noch einmal konkreter:

"Hey Siri, wer ist Angela Merkel?"

"Angela Dorothea Merkel ist eine deutsche Politikerin und seit dem 22. November 2005 amtierende Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Soll ich damit fortfahren?"

"Nein, danke."

Das Schöne, Wahre, Kreative

Das mit dem HomePod klang so einfach. Nur "Hey Siri" sagen und schon taucht man ab in eine andere Welt. So sieht es zumindest im Werbespot von Apple aus: Eine Frau kommt nach Hause, sie wirkt müde, abgespannt. "Hey Siri", sagt sie, "spiel mir etwas, das ich mag."

"Okay", klingt es zurück von einem Lautsprecher, die Melodie zu Til it‘s over von Anderson .Paak ertönt. Plötzlich kann die Frau den Tisch mit einer bloßen Armbewegung verlängern, kann Wände umbiegen und den Raum vergrößern, kann mit ihrem Spiegelbild tanzen.

Der HomePod als das Schöne, Wahre, Kreative. Nur ein bisschen Sound, nur ein bisschen Musik, schon sind alle Alltagsprobleme vergessen. Nur leider habe ich ein paar mehr Ansprüche an einen smarten Lautsprecher als einen schönen Klang.

Sechs Jahre lang hat Apple nach eigener Aussage an dem smarten Lautsprecher getüftelt, sechs Jahre die Hardware entwickelt, das Design entworfen, die Software programmiert. Insgesamt sieben Hochtöner und einen selbst gebauten Bass hat Apple in seinem neuesten Produkt verbaut. Herausgekommen ist ein 17 Zentimeter kleiner Lautsprecher, der mit seinem Design an eine kompakte Kissenrolle mit einem feinmaschigen Netz erinnert. In den Apple-typischen Nuancen Weiß und Grau sieht der 2,5 Kilogramm schwere HomePod mehr wie ein modisches Accessoire als ein technisches Gerät aus. Nun ist der smarte Lautsprecher auch in Deutschland verfügbar, er kostet 349 Euro.