Sicherheitsexperten haben eine Schwachstelle im Messengerdienst WhatsApp entdeckt. Durch die Lücke können Nachrichten manipuliert werden, teilte die israelische Sicherheitsfirma Check Point mit. Betroffen seien sowohl Einzel- als auch Gruppenchats. Hacker könnten auf drei Wegen zuschlagen: bereits gesendete Nachrichten verändern, Nachrichten in einer Gruppe veröffentlichen, indem sie sich als Mitglied ausgeben, sowie eine Nachricht an eine einzelne Person schicken und es wie eine Gruppennachricht aussehen lassen.

Check Point verwies auf die Gefahr des Einfallstores für Wahlkämpfe. In dieser Hinsicht spiele der Dienst eine "immer zentralere Rolle". Zuletzt gab es außerdem in Indien mehrere Lynchmorde durch Bürger, die durch per WhatsApp verbreitete Gerüchte aufgebracht worden waren.

Zu den Erkenntnissen von Check Point erklärte WhatsApp, dieses Problem geprüft zu haben. Es ähnele dem Versuch, im Nachhinein den Inhalt einer versendeten E-Mail zu ändern. Es gebe aber kein Sicherheitsproblem mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, stellte WhatsApp klar. Diese Verschlüsselung stellt sicher, dass nur Versender und Empfänger einer Nachricht den Inhalt lesen können. Die Herausforderung, dass sich Falschinformationen rasant verbreiten könnten, nehme WhatsApp hingegen "sehr ernst".

WhatsApp wurde 2009 gegründet und 2014 vom Internetkonzern Facebook gekauft. Zu Jahresbeginn hatte der Dienst nach eigenen Angaben 1,5 Milliarden Nutzer, täglich werden 65 Milliarden Nachrichten über den Dienst verschickt.