In Deutschland können Nutzerinnen und Nutzer ab diesem Dienstagvormittag auch mit ihrem iPhone bezahlen: Apple Pay ist nun auch in der Bundesrepublik freigeschaltet. Seit Dienstagmorgen findet sich die Option in den Einstellungen unter "Wallet & Apple Pay". Der Dienst ermöglicht kontaktloses Bezahlen in Supermärkten, Restaurants oder auch Zahlungen in einer App. Zum Start sind Unternehmen wie Aldi, Lidl, dm, Vapiano, die Telekom und die Berliner Verkehrsbetriebe dabei.

Wer Apple Pay nutzen möchte, muss dafür ein Apple-Gerät (iPhone, iPad, Mac) besitzen und Kunde einer Bank sein, die mit dem Bezahldienst kooperiert. In Deutschland zählen dazu unter anderem die Comdirect, die Deutsche Bank, N26 und Kreditkartenunternehmen wie Visa und Mastercard. Außerdem sollte das Betriebssystem des jeweiligen Geräts aktuell sein.

Apple Pay funktioniert mit NFC, das steht für near field communication. Will eine Nutzerin im Supermarkt zahlen, entsperrt sie ihr iPhone und legt es auf das Kartenlesegerät. Die Daten werden dann kontaktlos übertragen, ohne dass die Nutzerin einen PIN eingeben muss. Auch bei Onlinekäufen können Nutzerinnen und Nutzer den Bezahldienst verwenden. Wollen sie einen Kauf in einer App abschließen, können sie als Zahlungsmethode Apple Pay angeben statt beispielsweise einer Kreditkarte.

Konkurrenz für Google Pay

In den USA wurde Apple Pay schon vor vier Jahren vorgestellt und war mit dem iPhone 6 und 6 Plus verfügbar. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Gerüchte, dass Apple Pay bald nach Deutschland kommen könnte, doch erst im August hatte Unternehmenschef Tim Cook das bestätigt. Laut Schätzungen des Apple-Analysten Gene Munster sollen weltweit mehr als 235 Millionen Menschen schon Apple Pay verwenden, in den Vereinigten Staaten sollen es 38 Millionen sein.

Schon seit Oktober können Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer auch mit Google Pay in der Bundesrepublik ihre Rechnungen begleichen. Das System funktioniert ganz ähnlich, nur ist es anders als Apple Pay nicht auf die Betriebssysteme iOS oder macOS ausgerichtet, sondern auf Android. Damit werden nun für die beiden meist verwendeten Smartphone-Betriebssysteme eigene Bezahldienste angeboten. Das könnte auch das mobile Bezahlen in Deutschland beliebter machen. Noch begleichen die Deutschen ihre Rechnungen nämlich bevorzugt in bar. Je nach Umfrage zahlen lediglich 13 bis 18 Prozent hierzulande ihre Rechnungen mit dem Smartphone.

Experten sind dementsprechend skeptisch, dass sich das mobile Bezahlen in der Bundesrepublik durchsetzt, weil sie keinen großen Mehrwert sehen. Kontaktloses Bezahlen ist in Deutschland schon heute in vielen Geschäften möglich. Viele Kredit- und EC-Karten haben ebenfalls die NFC-Funktion integriert, darüber können Nutzer genauso ohne PIN-Eingabe bezahlen (und müssen nicht einmal ihr Smartphone entsperren). Im Onlinehandel gibt es auch heute schon Angebote, bei denen man nicht jedes Mal die Kreditkartennummer angeben muss, etwa PayPal.