Schöne Brille, und so dezent. © Ethan Miller/Getty Images

CES 2013: Die Show der Glassholes

Die "Datenbrille" Google Glass wurde zwar schon 2012 vorgestellt, doch ihr Einfluss zeigte sich erst auf der folgenden Consumer Electronics Show. Aufgeregte Journalisten twitterten, wenn ihnen auf den Gängen jemand mit den Prototypen auf der Nase begegnete, und die Technikbranche war sich sicher: Smartglasses werden das nächste große Ding, die Menschheit wird die Welt mit anderen, ja, besseren Augen sehen.

Tja. Weder sollte Glass die "Zukunft von Google" sein (das Projekt wurde 2015 eingestellt, soll aber wiederbelebt werden), noch sollten andere Hersteller wie Vuzix, die ihre Brillen auf der CES 2013 präsentierten, den Durchbruch schaffen. Die Firmen merkten, dass es leichter ist, den Menschen etwas vor als auf die Nase zu setzen.

CES 2014: PC-Games fürs Wohnzimmer

2014 betrat Gabe Newell, Gründer der Spieleplattform Steam, die Bühne in Las Vegas und stellte die Steam Machines vor: Auf Linux basierende, vorgefertigte Kompakt-PCs, die es mit den gängigen Spielkonsolen aufnehmen sollten. PC-Gaming sollte aus dem Arbeits- ins Wohnzimmer kommen. Die Ankündigung kam zu einem Zeitpunkt, als auch Start-ups wie Ouya und Gamestick versuchten, alternative Konsolen auf den Markt zu bringen, die nicht an die geschlossenen Ökosysteme einer Xbox oder PlayStation gebunden waren, sondern stattdessen quelloffene Systeme wie Android nutzten. Die Probleme wurden schnell klar: Für die Steam Machines gab es schlicht zu wenige auf Linux optimierte Games, und die Hardware der Ouya war schon zum Verkaufsstart veraltet. Inzwischen hat Steam das Experiment wieder aufgegeben.

CES 2015: Virtuell ist besser

VR-Brillen erging es zumindest etwa besser als den Smartglasses: Sie werden weiterentwickelt, es gibt durchaus brauchbare Anwendungen. Der Markt ist aber nicht ganz so groß, wie man noch auf der CES 2015 prognostizierte. Damals stand mit der Oculus Rift eine der ersten groß angekündigten Brillen vor dem Verkaufsstart und in Las Vegas war die virtuelle Realität (VR) eines der größten Buzzwörter. Spieleentwickler, Hardwarehersteller, Medienvertreter: Sie alle glaubten, dass VR das nächste große Ding sein könnte, träumten von komplett neuen, von immersiven Erfahrungen, wie es in der Fachsprache heißt. Was sie dabei ignorierten: Es ist einfach verdammt unbequem, eine anständige VR-Brille auf dem Kopf zu tragen, die außerdem noch einen leistungsfähigen PC oder eine Spielkonsole erfordert. Zwar gibt es mittlerweile leichtere Brillen und manche Games und Anwendungen sind technisch beeindruckend. Doch wie Marktanalysen belegen, ist auch der VR-Trend eher rückläufig.

CES 2016: Das Internet of Bockmist

2016 war das Jahr, in dem das "Internet of Shit" groß herauskam, in Anlehnung an das "Internet of Things" (IoT). Es umfasst Geräte, die nicht zwingend vernetzt, also mit dem Internet oder Smartphone verbunden sein müssten, es aber trotzdem sind. Einfach deshalb, weil es geht. Das Ergebnis sind absurde Gadgets wie Schuhe, die per App geschnürt werden können. Das Ergebnis sind unzählige Sicherheitslücken und neue Angriffsmöglichkeiten für Hackerinnen und Hacker. Davon wollen die Hersteller auf der CES natürlich nichts wissen. Sie wollen uns weiterhin verkaufen, dass wir unbedingt einen Safe mit WLAN benötigen. Leider wird uns der bislang schlimmste CES-Trend daher auch in den kommenden Jahren begleiten.

Darauf hat die Welt gewartet: ein vernetzter "Game Shoe". © Ethan Miller/Getty Images

CES 2017: Hilfe, mein Kühlschrank spricht!

"Alexa kriegt sie alle", schrieb ZEIT ONLINE zur CES vor zwei Jahren. Tatsächlich war damals die virtuelle Sprachassistentin nicht nur in Amazons Echo verbaut, sondern in fast allen Geräten, die auf der Messe präsentiert wurden. Alexa steckte plötzlich in Kühlschränken, Staubsaugern und in Autos. Die Hersteller glaubten daran, dass sich Sprachsteuerung als bevorzugte Bedienung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern durchsetzen würde. Notfalls auch, indem man sie den Menschen eben mit Gewalt in den Haushalt unterjubelt. Inzwischen ist der Hype etwas abgeflacht, doch der anhaltende Erfolg von Alexa, aber auch von anderen Sprachassistenten deutet darauf hin, dass bei dieser Technik nicht das letzte Wort, Verzeihung, gesprochen ist.

CES 2018: Die Autos der Zukunft

2017 zeigte Faraday Future einen Prototypen seines Elektroautos, 2018 schien das chinesische Start-up Byton eines der vielversprechendsten Unternehmen. Beide Firmen wollten es unbedingt mit dem Marktführer Tesla aufnehmen. Zumindest Faraday Future ist das bislang nicht gelungen, das Unternehmen kam zuletzt eher mit Schließungen von Werken in die Schlagzeilen.

Ein selbstfahrendes Konzeptauto von Toyota © Rick Wilking/Reuters

Beide Firmen stehen dennoch für einen anhaltenden Trend auf der CES: Immer mehr Autohersteller nutzen die Messe, um ihre Visionen vorzustellen. Das ist nur konsequent, schließlich sind moderne Autos auch nichts anderes als große Computer. Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, der Sprachsteuerung und Kameratechnik, all das fließt in die Autos der Zukunft mit ein. Mobilität dürfte deshalb auch die kommenden Jahre die Consumer Electronics Show in Las Vegas dominieren.