Bei einer Auktion sind in der Schweiz die ersten 5G-Mobilfunklizenzen verkauft worden. Das teilte die Schweizer Kommunikationskommission mit. Die Unternehmen Swiss Telecom, Sunrise und Salt, die bereits die bestehenden Mobilfunklizenzen besitzen, bezahlten für die Lizenzen insgesamt 380 Millionen Franken (335 Millionen Euro) an den Staat.

Das Kürzel 5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration. Die Datenübertragung soll damit bis zu hundertmal schneller sein als beim aktuell weit verbreiteten LTE-/4G-Standard. Die Einführung von 5G gilt als Voraussetzung für wichtige Zukunftstechnologien wie etwa Telemedizin oder die Fernsteuerung der Industrie. 

Die Schweiz ist nach eigenen Angaben unter den ersten Ländern in Europa, die 5G-Lizenzen zur Verfügung stellen. Einige der Lizenzen, die 15 Jahre gelten, fanden noch keinen Käufer. Fünf Frequenzblöcke mit je fünf Megahertz sollen später erneut angeboten werden.

Die Lizenzvergabe in Deutschland ist umstritten

In Deutschland sollen die 5G-Mobilfunklizenzen im Frühjahr vergeben werden. Bewerben wollen sich die deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch. Die Bundesnetzagentur will die Versteigerung an Bedingungen knüpfen: Nur Unternehmen, die sich dazu verpflichten, Funkmasten zu bauen und 98 Prozent der deutschen Haushalte sowie Zehntausende Kilometer Landstraße mit mobilem Internet zu versorgen, sollen die Funkfrequenzen für Handynetze kaufen können. Diese im November 2018 festgelegten Auflagen für die nächste Auktion seien aber viel zu umfangreich, sagen viele Netzbetreiber.

Die Firma Telefónica, die das O2-Netz betreibt, hat aus diesem Grund vor wenigen Tagen beim Verwaltungsgericht Köln einen Eilantrag gestellt. Die Versteigerung soll demnach erst nach einer richterlichen Entscheidung über eine Klage stattfinden, die die Telefónica bereits im Dezember eingereicht hatte. Der Ausbau des Mobilfunkstandards 5G könnte sich deshalb verzögern.